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Kiel Handwerk in Kiel auf Nachwuchssuche
Kiel Handwerk in Kiel auf Nachwuchssuche
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16:38 21.09.2014
Von Frank Behling
Maurer-Azubi Marvin Stach gibt der elfjährigen Anna-Lena Tipps für den Umgang mit dem Minibagger auf dem Tag des Handwerks in der Holstenstraße. Quelle: Frank Behling
Kiel

Bundesweit sieht die Lage dagegen dramatisch aus. 24000 Lehrstellen waren am 1. September noch unbesetzt. Auch nach den letzten Bewerbungsrunden werden vermutlich bis zum Jahresende 15000 Ausbildungsplätze bei den deutschen Handwerksbetrieben unbesetzt bleiben, mahnte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Viele davon zwar auch in Kiel. Jedoch sei die Lage in Kiel nicht so schlimm, wie in den ländlichen Räumen, war am Rande des Tag des Handwerks in Kiel zu hören. Das Angebot an Bewerbern sei noch ganz gut, was auch an der Attraktivität der Stadt liege.

 Aber auch die Werbung scheint zu fruchten. Beim Tag des Handwerks präsentierten sich am Sonnabend zehn Handwerksberufe auf dem Asmus-Bremer-Platz der Öffentlichkeit. „Der Wettergot muss ein Handwerker sein. Wir machen die Veranstaltung jetzt zum vierten Mal und konnten uns jedes Mal über tolles Wetter freuen“, sagt Overath. Ein dickes hatte er auch für seine Kollegen parat. Die Präsentation mit jungen Gesellen und attraktiven Beispielen führe Menschen an das Handwerk, so Overath.

 Dachdecker, Bodypainting oder Autoreparaturen waren nur drei Anlaufstellen. Der Renner war jedoch Marvin Stach. Der Auszubildende stand mit seinem Minibagger besonders bei den Kindern hoch im Kurs. „Ich bin im dritten Lehrjahr als Maurer und habe die Berufswahl nicht bereut“, sagt der Kieler. Am Sonnabend erklärte staunenden Kindern die Funktionen eines Baggers. „Das war toll“, schwärmte die elfjährige Anna-Lena, nachdem sie fast fünf Minuten mit hochkonzentriertem Blick mit der Baggerschaufel Sand aus einer Kiste heben durfte.

 Besonders die Kooperation mit den Schulen ist ein Erfolg. „Der Zulauf von den Kieler Schulen war in diesem Jahr wirklich toll. Man muss die Jugend auch an die Berufe heranführen und zeigen, was es alles gibt“, sagt Overath. Besonders die technischen Berufe haben es heute in den Lehrplänen schwer. „Deshalb sind solche Tage für uns sehr wichtig“, sagt Overath. Unterstützung bekam er dabei von der Politik.

 Wirtschaftsstaatssekretär Ralph Müller-Beck (SPD) eröffnete die Veranstaltung und verwies auf die Bedeutung des Handwerks für die Wirtschaft. Auch an die Adresse der Jugend ging der Ratschlag, dass sich eine Lehre im Handwerk und ein Studium nicht ausschließen müssen. Zum Schluss legte der Staatssekretär selbst an und zeigte, dass er mit der Feile durchaus umgehen kann. Bei der Handwerksolympiade musste er im Wettkampf mit Holstein-Geschäftsführer Wolfgang Schwenke aus einem Gibs-Klumpen eine Fußprothese feilen. Nach Punkten siegte der Staatssekretär und spendete die so „erfeilten“ 1000 Euro dem Kieler Spendenparlament.