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Kiel Kieler Vermieter sind besser als ihr Ruf
Kiel Kieler Vermieter sind besser als ihr Ruf
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18:30 05.09.2019
Von Michael Kluth
Kleinere Mehrfamilienhäuser sind typisch für private Vermieter wie Handwerksmeister und Steuerberater. Sie kennen ihre Mieter oft noch persönlich. Quelle: Thorsten Beck
Kiel

"Wir sind von einer Mietenexplosion weit entfernt", sagte Sönke Bergemann, der Kieler Geschäftsführer von Haus & Grund. Er stellte die Umfrage vor.

Danach laufen 19,5 Prozent aller abgefragten Mietverhältnisse seit mehr als zehn Jahren ohne Mieterhöhung. 22,8 Prozent der privaten Vermieter erhöhten die Miete ohnehin nur bei einem Mieterwechsel.

Durchschnittliche Mietdauer in Kiel 7,9 Jahre

Die durchschnittliche Mietdauer in Kiel betrage 7,9 Jahre. Das sei für einen großen Hochschulstandort ein außergewöhnlich guter Wert, sagte Bergemann.

Bei Mietverhältnissen in diesem Zeitrahmen werde die ortsübliche Vergleichsmiete fast genau eingehalten, berichtete Bergemann, bei noch längeren Mietverhältnissen sogar deutlich unterboten.

Die Durchschnittsmiete in Kieler Mehrfamilienhäusern betrage unter den befragten Mitgliedern 6,96 Euro, die Betriebskosten 1,29 Euro und die Heizkosten 1,23 Euro pro Quadratmeter. Macht 9,48 Euro warm.

Private Vermieter kommen gut mit Mietern aus

Als "schönste Botschaft der Befragung" hob Bergemann hervor: "78 Prozent aller privaten Vermieter sind mit den laufenden Mietverhältnissen sehr zufrieden, 20,9 Prozent sind zufrieden, nur 1,1 Prozent sind unzufrieden." Bergemann: "Die privaten Vermieter in Kiel kommen gut mit ihren Mietern aus."

Die Mitglieder von Haus & Grund in Kiel würden gern mehr investieren, versicherte Bergemann. Das scheitere vor allem an staatlichen Regulierungen.

Bei den Haupthemmnissen hätten 35,1 Prozent der Befragten die Mietpreisbremse angegeben, 29,5 Prozent die hohe Steuerbelastung, 14,7 Prozent die baurechtliche Bürokratie. Bergemann begrüßte, dass die schleswig-holsteinische Landesregierung die Mietpreisbremse und die Kappungsgrenze von 15 Prozent gerade abschaffe.

Haus & Grund kontra KiWog

Für Haus & Grund ergebe sich aus der Umfrage eindeutig, dass es in Kiel weder einer Mietpreisbremse noch einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft bedürfe, wenn man mehr für die Versorgung der Mieter tun wolle, sagte Bergemann.

Statt dessen sollten privaten Vermietern weniger Steine in den Weg gelegt werden, und sie sollten beim Erwerb städtischer Grundstücke stärker beteiligt werden. "Das würde die Investitionsbereitschaft dieses wahrhaft großen Players am Wohnungsmarkt deutlich fördern."

Abgrenzung von großen Konzernen

Bergemann verwahrte sich dagegen, private Vermieter mit großen Wohnungskonzernen in einen Topf zu werfen. Die Umfrage belege eindrucksvoll "das verantwortungsvolle Verhalten unserer Mitglieder".

Private Vermieter seien so etwas wie "die kleinen Leute der Wohnungswirtschaft" mit durchschnittlich zehn bis zwölf Wohneinheiten, ergänzte Vereinssprecher Volker Sindt. Die Hälfte der Haus & Grund-Mitglieder seien ohnehin  Selbstnutzer im eigenen Heim.

Wohnungswirtschaft mit Seele und Empathie

Mit einem Seitenhieb auf große Wohnungskonzerne wie Vonovia und Deutsche Wohnen sagte Sindt: "Wohnungswirtschaft darf nicht renditegetrieben sein. Sondern mit Seele und Empathie."

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