Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Pastor Viertel geht in den Ruhestand
Kiel Pastor Viertel geht in den Ruhestand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:51 29.04.2018
Von Oliver Stenzel
Foto: "Wo Kirche draufsteht, war auch Pastor drin": Mit seiner wöchentlichen Präsenz im Vorraum der St. Ansgarkirche zeigte sich Matthias Viertel bewusst als nahbarer Pastor.
"Wo Kirche draufsteht, war auch Pastor drin": Mit seiner wöchentlichen Präsenz im Vorraum der St. Ansgarkirche zeigte sich Matthias Viertel bewusst als nahbarer Pastor. Quelle: Oliver Stenzel
Anzeige
Kiel - Blücherplatz

Ein guter Ort fürs Foto? Matthias Viertel fällt sofort die Kirche ein. Das ist nicht ungewöhnlich für einen Pastor, hat in diesem Fall aber eine besondere Bewandtnis. „Wo Kirche draufsteht, ist auch Pastor drin“, lautete der Slogan, mit dem der Gottesmann seine wöchentlichen Anwesenheiten in der Citykirche St. Ansgar ankündigte, als er 2009 nach Kiel kam. „Immer dienstags habe ich hier für drei Stunden gesessen und war offen für alles“, berichtet der gebürtige Eutiner.

Die bei der regelmäßigen Präsenz in der Kirche entstandenen Begegnungen hätten vielfältige Themen gehabt – von der Anbahnung einer Trauung bis hin zu Gesprächen über Eheprobleme. „Und manchmal“, bekennt der 1952 geborene Viertel, „ist niemand gekommen und ich habe drei Stunden lang im Vorraum der Kirche gesessen und gelesen.“

Dank ihm gab es in der Kirche Tangostunden

Auch das passt zu einem Pastor, der zahlreiche eigene Bücher veröffentlichte. „Warum wir scheitern – Zum sinnvollen Umgang mit Misserfolgen“, lautet der Titel des bekanntesten. Und den Gemeindegliedern machte er viele Angebote jenseits der klassischen Aufgabenfelder eines Pastors – von der Tangostunde bis hin zu der Reihe „Opernkirche“, mit der er in Zusammenarbeit mit dem Kieler Theater den religiösen Aspekten ausgewählter Neuinszenierungen nachspürte.

An solche Offerten habe sich mancher traditionell ausgerichtete Kirchgänger erst gewöhnen müssen, berichtet Viertel. Auch seine regelmäßigen Reiseangebote beispielsweise nach Israel mögen manchen ebenso wie seine Einladungen zu Exerzitien ins Kloster zunächst etwas „obskur“ vorgekommen sein. „Der zentrale Beweggrund für all dies lag aber vor allem darin, den Raum für Begegnungen zu schaffen, der für das Gemeindeleben so wichtig ist“, bilanziert Viertel, der einige dieser Fäden auch nach seiner Emeritierung weiterspinnen will.

28.04.2018
Heike Stüben 28.04.2018
Kiel Aktion in Kiel-Hammer - Gemeinsam gegen das Insektensterben
Heike Stüben 28.04.2018