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Kiel Heidi Grotzsch sucht ihren Retter
Kiel Heidi Grotzsch sucht ihren Retter
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21:00 22.03.2018
Von Jürgen Küppers
Heidi Grotzsch wurde von einem Unbekannten aus der Förde gerettet, nachdem ihr Hund ins Wasser gefallen war uns sie hinterher sprang. Quelle: Privat
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Kiel

Doch der ist nach der ganzen Aufregung wieder in die Anonymität entschwunden. Jetzt startet die Wentorferin einen Aufruf, der mutige Mann möge sich bitte umgehend bei ihr melden.

Heidi Grotzsch kann es immer noch nicht fassen, dass sie diese dramatischen Minuten schadlos überstanden hat. Dabei begann alles ganz harmlos. Während ihr Mann bei einem Arzttermin weilte, machte sie mit ihrer Chihuahua-Hündin Frieda einen kleinen Spaziergang auf Höhe der Reventlouwiese. Als sie die Leine entwirren wollte, ließ sie den erst sechs Monate jungen Welpen kurz von der Leine. In diesem Moment riss sich Frieda los, um einer Möwe nachzujagen – und landete prompt im vier Grad kalten Fördewasser. Frauchen zögerte nicht lange und sprang hinterher. Denn so sehr sich das Hündchen auch mühte, von allein kam es nicht ans Ufer. Doch die Bergung des Vierbeiners erwies sich als schwieriger als gedacht. Immer wieder trieben die beiden ab.

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Spontane Hilfe von Unbekannten

Die Kräfte von Heidi Grotzsch schwanden, bis ihr fast die Luft weggeblieben wäre. Eine Frau und zwei junge Männer beobachteten zufällig die dramatische Szene. Einer von ihnen überlegte nicht lange, wagte den Sprung ins eisig kalte Wasser, zog Hündchen und Frauchen unversehrt ans Ufer. „Ohne diesen tatkräftigen Mut des jungen Mannes hätten wir es ganz bestimmt nicht geschafft“, glaubt Heidi Grotzsch. Aber auch die beiden anderen an Land gebliebenen Spaziergänger halfen mit, organisierten einen Notarztwagen, versorgten den Hund und ihre Besitzerin, bis die ärztliche Hilfe an der Kiellinie eintraf. Doch in all der Aufregung und Freude über den glücklichen Ausgang der Rettungsaktion vergaß Heidi Grotzsch, sich bei ihren Rettern zu bedanken oder deren Kontaktdaten zu notieren. „Das tut mir nun von Herzen leid und möchte das nun so gerne nachholen.“

Heidi Grotzsch sucht ihren Retter

Inzwischen hat sich zwar eine Frau aus der Dreiergruppe nach einem Aufruf des Senders RSH gemeldet. Das Problem dabei: Es war nicht der eigentliche Retter, der in die Fluten sprang. Und dessen Namen oder Telefonnummer kannte die Frau auch nicht. Denn es stellte sich heraus: Die drei kannten sich vorher gar nicht. Nur der Zufall führte sie zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zusammen. Das freut Heidi Grotzsch umso mehr. „Immer wieder hört man ja, dass Zeugen von Unglücken nur gaffen, anstatt zu helfen. Dass gleich drei von ihnen unabhängig voneinander dazu spontan bereit waren, berührt mich tief.“ Inzwischen hat sich die Wentorferin zwar von dem Schreck und dem unfreiwilligen Bad im Eiswasser erholt.

Trotzdem quält es sie, dass sie einfach keinen Kontakt zu ihrem eigentlichen Retter bekommt. Der Helfer kann sich per E-Mail an lokalredaktion@kieler-nachrichten.de wenden. Wir stellen den Kontakt her. Wer den Retter kennt, kann ihn auf diese Aktion aufmerksam machen.

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