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Kiel Rollstuhlgerechtes Urban Gardening
Kiel Rollstuhlgerechtes Urban Gardening
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14:15 06.06.2019
Von Sebastian Ernst
Gerhard Beth (2. v.l.) und Rolf Dose bepflanzen das Hochbeet im Walkerdamm. Unterstützt werden sie dabei von Marc Olke (l.) und Brigitte Pirner. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Früher befand sich vor der Tageseinrichtung der Werk- und Betreuungsstätte für Menschen mit Behinderungen im Walkerdamm eine unansehnliche Grünfläche, nun stehen dort drei Hochbeete auf einem neu gepflasterten Untergrund. Diese Beete verschönern nicht nur das Stadtbild, sondern leisten auch noch einen Beitrag zur Inklusion. Denn dank einer Aussparung können Nutzer der Einrichtung im Rollstuhl direkt an die Beete heranfahren und dort gärtnern.

"Hier können unsere Nutzer etwas Gutes für die Gesellschaft tun", sagt Einrichtungsleiterin Edda Albertsen. "Als Mensch mit Behinderung bekommt man sehr viel von der Gesellschaft. Unsere Nutzer können durch die Bepflanzung der Beete ihren Beitrag leisten. So etwas wertet Menschen auf und gibt ihnen die Möglichkeit, an der Öffentlichkeit teilzunehmen und zu zeigen, was sie können."

Hochbeete entstehen in Kooperation mit der Stadt Kiel und der CAU

Entstanden sind die Hochbeete aus einer Kooperation zwischen der Stadt Kiel, der Einrichtung und der Christian-Albrechts-Universität. Als Albertsen vor ungefähr einem Jahr beim Grünflächenamt der Stadt Kiel angefragt habe, ob sie mit den Nutzern der Einrichtung auf der Grünfläche gärtnern dürfe, habe er zunächst ablehnen müssen, sagt Reiner Peters, Landschaftsarchitekt beim Grünflächenamt.

"Wir konnten auf der Fläche niemanden guten Gewissens gärtnern lassen", sagt er. Wenig später habe er in einem Seminar zum Thema Urban Gardening an der CAU mit Studenten ein neues Konzept für die Grünfläche im Walkerdamm entwickelt. "Die Entwürfe dann auch in die Realität umzusetzen, war eine spontane Idee", so Peters.

Schnell war klar: Auf der vier Meter breiten und fünf Meter langen Grünfläche zwischen Gehweg und Straße sollen auf einer befestigten Fläche drei Hochbeete und eine Bank stehen. Wichtig bei der Planung war, dass alle Hochbeete gut mit dem Rollstuhl zugänglich sein sollten.

Namensvorschlag: "Kieler Hochbeet"

Mit einem Testrollstuhl und Backpapier auf dem Boden simulierten die zehn Studenten aus verschiedenen Fachrichtungen die Fläche, maßen Wendekreise aus und entwickelten schließlich die Hochbeete mit der rollstuhlbreiten Aussparung.

Eine Innovation, über die sich auch Andreas Borck, Geschäftsführer der Werk- und Betreuungsstätte für Körperbehinderte gGmbH, freut. "Unterfahrbare Hochbeete habe ich noch nie gesehen", sagt er und schlägt mit "Kieler Hochbeet" einen Namen vor, mit dem er das ehrenamtliche Engagement der Studenten würdigen möchte.

"Die Grundidee bei dem Projekt war, eine Antwort auf die Frage zu finden, wie wir in Kiel leben wollen", sagt Kim Nierobisch. Sie studiert Politikwissenschaft und Soziologie an der CAU und war am Projekt beteiligt.

Nach der Phase der Planung haben sie und ihre Mitstreiter die Hochbeete aus Holz in der "Werk Statt Konsum" in der Alten Mu gebaut. Eine willkommene Abwechslung zum theoretischen Studium, sagt Charlotte Marquardt. "Ich hatte das Gefühl, dass ich vorher handwerklich ziemlich wenig konnte. Das ist jetzt anders."

Auch für die Nutzer der Tageseinrichtung im Walkerdamm ist "Kiels kleinster und exklusivster Park", wie Borck die Fläche nennt, ein Grund zur Freude. "Ich habe früher in einer Gartengruppe gearbeitet", sagt etwa Hans-Jürgen Tank. "Hier kann ich wieder einen Garten anlegen." Dementsprechend schnell wurden auch die ersten Blumen, Stauden und Gehölze in die Hochbeete gepflanzt.

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