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Kiel Hörn: Wohnen nur am Rande
Kiel Hörn: Wohnen nur am Rande
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19:26 16.06.2009
Kiel

Wirtschaftsminister Jörn Biel hat den Förderbescheid für das 25,7-Millionen-Science-Center auf Druck der Koalition wie berichtet verweigert, trotz zahlreicher Proteste und Appelle aus der Kieler Politik, Verwaltung, Wissenschaft und und Wirtschaft. Auch der Landtag wird das Rudernicht mehr herumreißen.

Damit kommt zu den drei Baufeldern auf dem Hörn-Ostufer, die Bürgermeister Peter Todeskino seit langem verkaufen will, noch ein weiteres hinzu. „Die Grundstücke sollen in einem europaweiten Vergabeverfahren angeboten und veräußert werden“, kündigte er an.

Da die Vermarktung von Flächen östlich der Hörn sehr schwierig gewesen sei, solle der Treuhänder, die BIG Städtebau GmbH, jetzt eine neuen Vermarktungsanlauf starten. Denn inzwischen habe sich die „Lage spürbar verbessert“, hofft er: Die Zwangsversteigerung am Germaniahafen sei abgeschlossen, die Schmid-Bauten werden genutzt, die Germania-Arkaden seien im Bau. Das in der Vorlage noch als verkaufsförderndes Plus vermerkte Science-Center („Baubeginn Ende 2009“) allerdings ist nur noch Makulatur.

Auch von dem vor Jahresfrist verkündeten Plan, den Wohnanteil an der Hörn auf knapp ein Drittel zu erhöhen, muss Todeskino wieder Abstand nehmen. Denn die Fördergelder aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) zur Erschließung des ehemaligen Werft-Areals in den 90-ern nur unter der Maßgabe eines 18-prozentigen Wohnanteils gezahlt. Und dieser Anteil ist mit dem Schmidbau und durch zu erwartende Neubauten im Süden erfüllt. Das Land warnte die Stadt sicherheitshalber schon mal, dass Kiel mit 7,4 Millionen Euro - der gesamten Fördersumme - zurückzuzahlen hätte, wenn die 18-Prozent-Vorgabe nicht eingehalten werde.

Schon rechnet die Stadt mit zehn Prozent geringeren Erlösen als vor einiger Zeit noch errechnet - für Todeskino bedeutet das Mindereinnahmen von mehr als 630.000 Euro allein für drei Grundstücke - erwartet hatte Todeskino 6,3 Millionen für gut einen Hektar Hörn-Fläche.

Bevor heute auf Antrag der Grünen zu der abschlägig beschiedenen 17,8-Millionen-Euro-Förderung im Landtag diskutiert wird, machte sich Prof. Martin Visbeck, Sprecher des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ in die wachsende Reihe der Befürworter des Projektes ein: „Der Exzellenzcluster hätte sich gefreut, mit seinen Aktivitäten wie der Kinder- und Schüleruni oder seiner Ausstellung zu meereswissenschaftlichen Themen einen Beitrag zum maritimen Science Center zu leisten.“

Auch Uwe Wanger, Chef von Kiel-Marketing, machte sich für das Projekt stark: „Das Land muss seine Stärken stärken. Die Politik muss ihr Wort halten und Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Die Interessenvertreter müssen die Verantwortung für das Land übernehmen und nicht nur für ihren Sprengel. Auch die Politiker im Land müssen sich die Mühe machen und ein, in diesem Fall sogar drei Gutachten lesen und sich bei ihrer Entscheidung an den Fakten orientieren und nicht nach ihrem Bauchgefühl.“

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