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Kiel Nächste Runde im Fliesen-Streit
Kiel Nächste Runde im Fliesen-Streit
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10:00 04.06.2019
Von Niklas Wieczorek
Hier ging es lange nicht so voran, wie die Stadt es gerne gehabt hätte: Ursprünglich sollte das Hörnbad im Sommer 2017 eröffnet werden. Quelle: Markus Scholz/dpa
Kiel

Dabei hatte es zunächst so ausgesehen, als ob der Streit beigelegt sei. Die Stadt und Baas hatten sich am 7. März vor dem Landgericht darauf geeinigt, dass die Firma eine Abschlussrechnung für die Arbeiten im Hörnbad stellt. Das Unternehmen beteuert, alle Arbeiten korrekt gelistet zu haben – aber bis heute habe man kein Geld gesehen. Die Stadt hat offenbar um ein Aufschieben der Frist gebeten, weil die Firma auf Nachfragen spät reagiert habe, was diese aber zurückweist. Baas’ Betriebskoordinator Jules Tekpo ist konsterniert: Zu lange habe es gar keine Rückmeldung der Stadt Kiel gegeben. Verspätet sei dann das Schreiben eingegangen. Die Firma will das nicht akzeptieren.

Dabei sei alles ganz anders vereinbart gewesen: Vor Gericht hatte man sich nach dem ersten Streit geeinigt, keine Abschlagsrechnung zu stellen, sondern ausschließlich die Gesamtarbeiten am Ende des Baus abzurechnen. Die Arbeiten seien nach fachlichem Austausch abgenommen worden, die Firma stellte die Rechnung am 20. März, so Tekpo. Sie belief sich auf rund 500.000 Euro. Zwei Monate habe man der Stadt für die Rückmeldung eingeräumt, berichtet er – das seien sogar zwei Wochen mehr als üblich.

Tekpo sicher: Die Stadt Kiel taktiert

Doch bis zum 20. Mai hörte die Firma nichts: Obwohl vereinbart gewesen sei, zu zahlen oder eben konkret zu widersprechen. Per Anwalt habe Baas eine Fristverlängerung um zehn Tage eingeräumt, das Schreiben der Stadt sei zu spät gekommen. Die erneute Klage sei nun der letzte Ausweg. "Ich bin sicher, dass es eine Taktik der Stadt ist", sagt Tekpo.

Wie mehrfach berichtet, hatte die Stadt darauf verwiesen, dass Mängel in der Arbeit der Firma zur verzögerten Eröffnung des Bades beigetragen hätten. Vor Gericht hatte es dennoch zunächst eine Einigung gegeben. "Während der Verhandlung hatte ich eine Mediation abgelehnt", sagt Tekpo allerdings, "weil auch der vorher gemeinsam abgesprochene Zahlungsplan nicht eingehalten wurde". Verhandlungsbasis und Vertrauen in die Stadt seien jetzt aber aufgebraucht, so Tekpo. "Das Verhalten der Stadt ist unbeschreiblich", sagt er. "In anderen Ländern würde das längst eskalieren." Baas will den juristischen Weg gehen, um Druck aufzubauen: "Wir leiden schon darunter. Das Geld fehlt massiv", sagt Tekpo.

Der zähe Start des Mehrzweckbades

Zum Start des Architektenwettbewerbs dachte die Stadt noch an eine Eröffnung im Jahr 2013. Zum Richtfest 2016 sollte das neue Sport- und Freizeitbad der Stadt Kiel im Sommer 2017 eröffnen. Doch es kam weiter zu Verzögerungen: Streit der Generalunternehmer, Streit mit Handwerkern, Streit um den Zeitplan. Letztlich startete der Sportbereich Anfang Oktober 2018, im Februar 2019 der Freizeitbereich. Und schnell gab es erste Beschwerden: Zu deutlich einsehbare Waschräume, zu kleine Schließfächer, zu wenig Barrierefreiheit. Einiges ist inzwischen geklärt. Positiv: Insgesamt habe die Kostensteigerung lediglich 2,6 Prozent betragen.

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