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Kiel Hoffen auf viele neue Einwohner
Kiel Hoffen auf viele neue Einwohner
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09:22 16.01.2013
Von Volker Rebehn
Im Schwanenseepark wurde weiter an der Sanierung der weißen Holzbrücke gearbeitet. Quelle: Volker Rebehn
Kiel

Markante Bauwerke sind aber auch im Vorjahr entstanden – wenn auch nicht ganz so intensiv von der Öffentlichkeit begleitet. Da steht ganz oben die „Neue Salzhalle“ auf dem Seefischmarkt, die die ZTS Grundstücksverwaltung GmbH für 3,1 Millionen Euro bauen ließ. In den quadratischen, viergeschossigen Kubus sind bereits ein Unternehmen und die Probebühne des städtischen Theaters eingezogen. Offizielle Einweihungsfeier soll im kommenden Mai sein.

Weitere Investitionen, etwa in der 1936 errichteten Markthalle, sind begonnen oder stehen an. Mit 60 Unternehmen und zurzeit 1200 Mitarbeitern hat sich der Seefischmarkt zu einem lebendigen Gewerbegebiet auf dem Kieler Ostufer entwickelt. Dessen Gesicht wird sich noch einmal erheblich verändern, wenn das GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel komplett auf das Ostufer umsiedelt. Das soll in den nächsten Jahren passieren und 90 Millionen Euro investiert werden.

Möglicherweise wird das Ostufer durch diese Ansiedlung als Wohngegend interessanter. Denn trotz Seefischmarkt, Fachhochschule in Neumühlen-Dietrichsdorf und verbesserter Infrastruktur hält sich der Zuzug in Grenzen. Während die Landeshauptstadt Kiel Ende 2012 mit 239320 Bewohnern den höchsten Einwohnerbestand seit Ende 1996 und mit 1736 Einwohnern den stärksten Bevölkerungsanstieg seit 20 Jahren vermeldet, profitierte das Ostufer davon bisher nicht. Kann Ellerbek immerhin einen Zuwachs auf 5793 Einwohnern vermelden (Stand September), schrumpfte die Bevölkerungszahl in Wellingdorf sogar von 7979 auf 7960. Dennoch werden die Aussichten positiv bewertet. Nach einer Prognose der Stadt soll die Bevölkerung in Ellerbek bis zum Jahr 2031 auf 6400 (plus 10,5 Prozent) steigen, in Wellingdorf sollen bis dahin 8995 Menschen (plus 12,7 Prozent) leben. Größer werden soll in beiden Stadtteilen die Zahl der über 60-Jährigen. Zumindest für Wellingdorf werden aber auch mehr junge Familien mit Kindern prognostiziert.

Um die Wohn- und Lebensqualität in den Stadtteilen weiter zu erhöhen, hat die Stadt speziell einige Projekte für Ellerbek und Wellingdorf gestartet. Dazu gehört auch das vom Innenministerium geförderte Modellvorhaben „Wohnen mit Kindern in der Stadt“, das besonders junge Familien im Fokus hat. Darin untersucht ein privates Planungsbüro, wie die Attraktivität des Wohnbereichs zwischen Klausdorfer Weg, Schönberger Straße und Wischhofstraße – Kernbereich ist das Areal rund um den Tilsiter Platz – gesteigert werden kann.

Daran aktiv beteiligt wurden auch Kinder und Jugendliche beider Stadtteile. In einer sogenannten Planungswerkstatt haben sie Ideen gesammelt, was aus ihrer Sicht an „ihrem Quartier“ verbessert werden kann. Die Ergebnisse fließen in das Gesamtkonzept ein.

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