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Kiel Streit um das Seniorenticket in Kiel
Kiel Streit um das Seniorenticket in Kiel
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07:00 31.08.2018
Von Martina Drexler
Seit März 2017 profitieren ältere Kieler von Rabatten beim Busfahren. Doch die Bilanz fällt trotz gestiegener Verkaufszahlen vor Ende der Probephase ernüchternd aus. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

Trotz der ernüchtenden Bilanz hält das politische Mehrheitsbündnis von SPD, Grünen und FDP an dem Projekt fest. Komme es aber, wie seit Jahren gefordert, zu einem landesweiten Seniorenticket, entfielen die Schwierigkeiten. Doch der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein und Nah.SH hätten von „einem Fahrschein, der nur für eine spezielle Gruppe genutzt werden kann, Abstand genommen“, teilte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer dem Wirtschaftsausschuss mit.

Projekt führte zu Ausgleichszahlungen und mehr Aufwand

Dem Ausschuss lag aber jetzt erst einmal die ernüchternde Rechnung des städtischen Eigenbetriebs Beteiligungen (EBK) vor, der für die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) zuständig ist: Das vergünstigte Monatsticket für alle Kieler ab 65 Jahren hat zu zusätzlichen Verlusten von mehr als 108.000 Euro geführt – unter anderem wegen des Mehraufwandes und Zahlungen an den Landesverbund. Zudem entstanden nach einer allerdings theoretischen Kalkulation 235.000 Euro an Ausgleichszahlungen, die der EBK an die KVG abführen muss.

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SPD, Grüne und FDP sehen Anstieg der Verkaufszahlen als Erfolg

Für die Ampel ist der Anstieg der Verkaufszahlen nach der Einführung im März 2017 dagegen „ein Erfolg mit Signalwirkung fürs ganze Land“. Hatten damals lediglich 2805 Senioren ein Jahres-Abo, sind es jetzt 3277, davon nutzen 1249 ein Seniorenticket für 37,44 Euro (das normale Jahresabo kostet 49,92 Euro).

Thema steht auf der Tagesordnung der Ratsversammlung

Rückendeckung kommt vom Seniorenbeirat, der die Einführung des Tickets in Kiel vorangetrieben hat und ein landesweites Angebot fordert. „Wir freuen uns über die Probephase und wollen, dass sie in eine Dauerphase übergeht“, forderte Rainer Glüsing vom Seniorenbeirat, die Frage politisch zu entscheiden. Die CDU sieht das Projekt dagegen als gescheitert an. Den Oberbürgermeister fordert die CDU auf, sich an den Ratsbeschluss zu halten und für einen automatischen Stopp des Tickets zu sorgen, falls die Stadt für dessen Fortführung weiterhin viel Geld zahlen müsse. Das Thema steht auf der Tagesordnung in der Ratsversammlung am 20. September.

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