Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Hohelied Salomos auf der Förde
Kiel Hohelied Salomos auf der Förde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 11.06.2013
Von Thomas Richter
Komödianten-Direktor Markus Dentler zog es auf die Förde: Zur Abfahrt zweier großer Kreuzfahrer präsentierte der Theatermacher in Kooperation mit der Seehafen Kiel GmbH das „Hohelied Salomos“. Quelle: Nickolaus
Kiel

Die Idee für dieses Event hatte – wen wundert's - Markus Dentler,  Direktor des Theaters die Komödianten. Für ihn war es offensichtlich kein Problem, den Geschäftsführer der Seehafen Kiel GmbH & Co.KG, Dirk Claus, für dieses logistisch anspruchsvolle Unternehmen mit dem offiziellen Namen Culture & Cruise als Kooperationspartner mit ins Boot zu holen.

„Ein Liebeslied, vorgetragen auf einer schwimmenden Bühne, das unterstreicht doch die Romantik einer Kreuzfahrt“, findet Claus. Jetzt sitzen die beiden gemeinsam mit einigen Journalisten an Bord des Begleitboots „Sprott“. Claus mit einem Kaffee am Mund, Dentler mit einem Handy am Ohr. Damit will Letzterer Regisseur Christoph Munk und dem Ensemble auf dem Ponton letzte Instruktionen geben

Zwei Kreuzfahrtschiffe sollen auf diese Weise verabschiedet werden. Zunächst die AIDAcara, danach die MSC Poesia. Die AIDAcara muss zunächst wenden, und das Manöver trägt sie weit aufs Wasser hinaus. Ein Problem für die Menschen an Land, die die Darsteller auf dem sich nun ebenfalls vom Ufer entfernenden Ponton nicht mehr erkennen können. Kein Problem für die Gäste an Bord des Schiffes, die winken und offensichtlich Spaß an diesem überraschenden Happening haben.

Wie dem auch sei. Die exzellente Arbeit der OPUS-Showtechnik,  die das Spektakel akustisch verstärkt, lässt den theatralischen Stapellauf zumindest klanglich nicht ins Wasser fallen. „Super, super, dass es möglich ist, so etwas zu machen“, freut sich Dentler nach dieser etwa 25-minütigen Premiere ohnehin.

Richtig super indes läuft es dann beim zweiten Mal. Die MSC Poesia liegt goldrichtig und kann in majestätischem Tempo ganz nah am Ufer entlang auflaufen.  Als sich jetzt der Bühnen-Ponton zwischen Kiellinie und Kreuzfahrer setzt, dazu Saxofon und Beatbox (Markus Schmidt Relenberg, Tillmann Dentler) erklingen, und sich die leidenschaftlich-schwülstige Liebeslyrik des alttestamentarischen Textes (Sie: Rafaela Schwarzer, Er: Ivan Dentler) über der Szenerie entfaltet, entwickelt sich daraus tatsächlich einen ganz eigenartige Kraft. Von „Was soll das“, über „mal was anderes“, bis „gigantisch“ reichen die Kommentare der Flaneure an Land, die aber allesamt nicht schlecht über dieses unverhoffte i-Tüpfelchen eine schönen Sommertages staunen.