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Kiel Fehlzeiten im Rathaus weiter gestiegen
Kiel Fehlzeiten im Rathaus weiter gestiegen
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07:00 14.10.2015
Von Martina Drexler
Krank im Bett: In den öffentlichen Verwaltungen nehmen die Fehlzeiten zu. Quelle: dpa
Kiel

Die Erkrankungen in öffentlichen Verwaltungen liegen seit Jahren sehr hoch und damit auch über der Privatwirtschaft, stellt AOK-Sprecher Jens Kuschel fest. Bei Arbeitnehmern ermittelte die AOK 2014 in Schleswig-Holstein einen Krankenstand von im Schnitt 5,4 Prozent, bei öffentlichen Verwaltungen von 6,3 Prozent. Die Statistiken lassen sich jedoch schwer vergleichen, da Kommunen jeden Fehltag berechnen, in Firmen Krankschreibungen aber oft erst ab dem dritten Krankheitstag Pflicht sind.

 Wolfgang Röttgers (SPD) räumt als zuständiger Personaldezernent in Kiel ein, wie sehr ihm dieser seit 2005 anhaltende Trend Sorgen macht. Vor drei Jahren zog die Stadt zwar die Notbremse und unterzeichnete mit dem Gesamtpersonalrat eine Vereinbarung über betriebliches Gesundheitsmanagement, das durch Gesundheitstage, verbesserte Arbeitsabläufe, Fitness-Kurse und Beratung gegensteuern sollte. Doch eine solche Vereinbarung brauche einige Jahre Vorlauf, meint Röttgers angesichts der weiteren Erhöhung der Krankenzahlen. 2013 lag die Quote schon bei 8,04 Prozent.

 Woran krankt die Verwaltung? Röttgers führt den Trend vor allem darauf zurück, dass die Zahl dauerhaft Erkrankter deutlich angestiegen ist. Allein in 390 Fällen fehlten die Bediensteten bis zu einem halben Jahr, in 119 Fällen sogar bis zu einem Jahr. Dazu kommt die ungünstige Altersstruktur: Fast 1000 Beschäftigte sind älter als 55 Jahre. Nach allen Erfahrungen fallen sie zwar nicht häufiger als Jüngere aus, aber länger.

 Anja Rahr, stellvertretende Vorsitzende des Gesamtpersonalrats im Kieler Rathaus, bringt es mit Blick auf politische Beschlüsse auf den Punkt: „Öffentliche Haushalte werden fast kaputtgespart.“ Die Folge: Während die Beschäftigten immer neue Aufgaben bewältigen sollen, wächst die Personaldecke nicht im gleichen Maße.

 Arbeitsverdichtung und Personalabbau ohne Aufgabenkritik führten in den Kommunen zu einem „sinnlosen Kreislauf“ von kränker werdendem Personal und unzufriedeneren Bürgern, kritisiert Jens Mahler, Verdi-Fachbereichsleiter im Landesbezirk Nord: Er fordert mehr Geld für die Kommunen.

 Der Negativtrend zeichnete sich 2014 nicht nur in Kiel klar ab. Legt man die Vorgaben des Deutschen Städtetages zu Grunde, beklagt auch Lübeck eine Fehlquote von 8,07 Prozent. Neumünster (1411 Beschäftigte) kommt auf einen Krankenstand von 6,7 Prozent, die Segeberger Kreisverwaltung auf 5,18 Prozent. Im Kreis Plön fehlt jeder der 474 Bediensteten im Schnitt 13,85 Tage im Jahr. In Preetz liegt die Fehlzeitenquote bei 6,75 Prozent, in Bad Segeberg sind es 6,63 Prozent, in Rendsburg 7,5 Prozent und in Plön 7,9 Prozent.

Der Flughafen Holtenau befindet sich in einem leichten Aufwind. Allein in den ersten acht Monaten dieses Jahres ist die Zahl der Flugbewegungen – also der Starts und Landungen – in Holtenau um zehn Prozent gegenüber dem Zeitraum 2014 gestiegen, teilte die Betreibergesellschaft Seehafen Kiel mit.

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KN-online (Kieler Nachrichten) 15.10.2015