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Kiel Holstein plant provisorische Tribüne
Kiel Holstein plant provisorische Tribüne
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09:36 09.01.2019
Von Kristian Blasel
Noch ist die Fläche, wo früher die Gästetribüne stand, komplett frei. Nach dem Willen der Holstein-Verantwortlichen soll dort innerhalb der nächsten Wochen eine Stahlkonstruktion Platz für 7000 Zuschauer schaffen. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Falls das Wetter mitspielt und Sicherheitsfragen rechtzeitig geklärt sind, könnte bereits zum DFB-Pokal-Achtelfinalspiel gegen den Bundesligisten FC Augsburg am 6. Februar 2019 auf der Fläche der ehemaligen Gästetribüne ein Stehplatzbereich für knapp 4000 Fans entstehen, bestätigte am Dienstag die Vereinsspitze. Bis zum Ende der Saison wird diese Tribüne nach den Vorstellungen von Holstein Kiel dann um weitere rund 3000 Sitzplätze erweitert.

Mit der Konstruktion würde das Holstein-Stadion Platz für rund 17000 Menschen bieten

„Ich bin froh, dass wir so die Chance bekommen, die Auflagen der Deutschen Fußball-Liga zu erfüllen“, sagte Holstein-Präsident Steffen Schneekloth. Mit der Konstruktion würde das Holstein-Stadion spätestens ab dem Sommer Platz für rund 17000 Menschen bieten, das wären 2000 mehr, als die DFL verlangt.

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Am Donnerstag gibt es ein Treffen mit Vertretern von Polizei, Feuerwehr, Bauamt und Architekten, bei dem Sicherheits-, Brandschutz- und Lärmschutzfragen besprochen werden sollen. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD), der dem Verein Unterstützung signalisiert, hat am Dienstagabend bereits die Ratsfraktionen über die Pläne informiert.

Die Kosten für die provisorische Tribüne würden bei vier Millionen Euro liegen

„Der Februar als Zieltermin für den ersten Tribünenteil ist sportlich, der März jedoch realistisch“, sagte Ulf Kämpfer. Laut Holstein-Geschäftsführer Wolfgang Schwenke kostet die überdachte Tribüne mehr als vier Millionen Euro, die der Verein komplett übernehmen will. Damit würde ein neues Ausschreibungsverfahren vermieden.

Die Tribüne wäre komplett aufgebaut 22 Meter hoch und ist vergleichbar mit der Stehplatz-Konstruktion im derzeitigen Fanblock. Schwenke: „Die Tribüne setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen, die zum Teil bereits in anderen Stadien eingesetzt worden sind.“ Falls alle Auflagen erfüllt sind, kann sie innerhalb eines Monats stehen. Nächste Woche könnten schon die nötigen Betonsockel im Holstein-Stadion in Kiel gegossen werden.

Für den Bau der neuen Osttribüne hatte sich kein Generalunternehmer interessiert

Ursprünglich hatten sich Stadt Kiel, das Land Schleswig-Holstein und Verein Holstein Kiel darauf geeinigt, eine komplett neue Osttribüne zu bauen, die nach jüngsten Schätzungen rund zwölf Millionen Euro gekostet hätte.

Zwei Drittel der Summe wollte das Land übernehmen, je ein Sechstel Verein und Stadt. Auch nach der zweiten europaweiten Ausschreibung hatte sich aber kein Generalunternehmer für das Bauprojekt interessiert. 

Das Provisorium könnte maximal vier Jahre stehen

Damit haben sich die Pläne zum Umbau des Stadions grundlegend verändert. Das Provisorium könnte maximal vier Jahre stehen. „Diese Lösung gibt uns Zeit, die langfristige bauliche und finanzielle Lösung für den Komplettumbau zu finden“, sagte Kämpfer

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