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Kiel Warum keiner die neue Tribüne bauen will
Kiel Warum keiner die neue Tribüne bauen will
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13:23 02.10.2018
Von Marco Nehmer
Für den Neubau der Tribüne im Holstein-Stadion findet sich kein Generalunternehmer. Quelle: Andre Haase (Symbolfoto)
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Kiel

Zur Saison 2018/19 soll der Tribünen-Neubau in der ehemaligen Gästekurve des Holstein-Stadions in Kiel vollendet sein und 4800 weiteren Zuschauern Platz bieten. Das Holstein-Stadion hätte dann ein Fassungsvermögen von 15500 Besuchern - und die Deutsche Fußball-Liga (DFL), die Holstein Kiel derzeit noch mit einer Sondergenehmigung im Holstein-Stadion spielen lässt, wäre zufrieden. 

So weit der Plan, doch die Wirklichkeit ist eine andere. Abgegebene Angebote auf die europaweite Ausschreibung zum Neubau einer Tribüne im Holstein-Stadion: null. Kein Generalunternehmer für die Stadt Kiel und Holstein Kiel.

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Warum? „Wir befinden uns in der absoluten Hochkonjunktur“, sagt der Kieler Bauunternehmer Heinrich Karstens. Heißt: keine Kapazitäten für ein ohnehin ambitioniert terminiertes Projekt. Der 1. August 2019 ist praktisch kaum einzuhalten. Die im Gewerbe üblichen Verzugsstrafen bei nicht fristgerechter Fertigstellung lassen viele Firmen zögern.

Baubranche: Zeitplan für neue Tribüne im Holstein-Stadion wackelt

Aus der Baubranche ist zu hören, dass höchstens die Winterpause 2019/20 machbar wäre - doch selbst ein solcher Zeitplan würde nun zu wackeln beginnen, wenn sich die Vergabe weiter ziehe. Die Ausschreibung bündelt Planung und Realisierung des Bauvorhabens.

Die Planung müsste zunächst freigegeben werden, bevor konkrete bauliche Schritte erfolgen könnten. Lieferzeit für Fertigteile und Stahlrohre derzeit: bis zu 20 Wochen. „Das können Sie sich dann selbst ausrechnen“, klagt ein regionaler Bauunternehmer, der namentlich nicht erwähnt werden möchte.

Wie könnte es nun in Kiel weitergehen?

Ein Ausweg wäre, so heißt es, die Planung aus der Ausschreibung herauszutrennen, schnellstmöglich anzugehen und parallel das Vorhaben erneut auszuschreiben. Nun ist die Stadt Kiel als Stadioneigentümerin am Zug. 

Für den Tribünen-Neubau sind etwa zwölf Millionen Euro veranschlagt, der geplante Gesamtumbau des Stadions wird mit 70 bis 90 Millionen Euro beziffert. Rund 25000 Zuschauer könnte das Holstein-Stadion dann fassen und im günstigsten Fall 2023 fertig sein.

2017 waren Stadt Kiel, der Verein Holstein Kiel und das Land Schleswig-Holstein davon ausgegangen, dass der erste Ausbauschritt 10,4 Millionen Euro kosten würde. Sieben Millionen Euro wollte das Land Schleswig-Holstein übernehmen, die verbleibenden 3,4 Millionen teilen sich die Stadt und Holstein Kiel.

Niklas Wieczorek 02.10.2018
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Marco Nehmer 02.10.2018