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Kiel Herausforderung für Architekten
Kiel Herausforderung für Architekten
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07:59 14.04.2016
Von Martina Drexler
Soll es so aussehen? Ein Entwurf zum möglichen Hotel neben der Sparkassen-Arena. Quelle: Lisa Funk/Visualisierung Revitalis Real Estate AG/Architekturbüro MPP
Kiel

Einigkeit besteht auch darin, dass der besondere Standort mit der Stadtbild prägenden Silhouette eine hochwertige Architektur braucht. SPD-Baupolitiker André Wilkens drängt daher wie Vertreter anderer Fraktionen auf einen öffentlichen städtebaulichen Wettbewerb zu Aussehen und Höhe, damit das Projekt die Attraktivität der Innenstadt steigern könne.

SPD, CDU und FDP fordern Wettbewerb

In dieselbe Kerbe schlagen CDU und FDP. Die ersten Entwürfe zeigten, wie wichtig eine Bewertung der Fernwirkung des Gebäudes sei, erklärte Wolfgang Homeyer (CDU). Arne Witt, Vorsitzender der kommunalpolitischen Vereinigung der Kieler CDU, kritisiert den Vorentwurf als einfallslos und fordert ebenfalls einen Architektenwettbewerb. Bedenken wegen der Gebäudehöhe von 54 Metern und Gestaltung äußert auch die FDP-Ratsfraktionsvorsitzende Christina Musculus-Stahnke. Die Idee aber, Besuchern dort 200 Zimmer anbieten zu können, findet sie im Grundsatz richtig: Laut einer Studie fehlten in Kiel weitere Übernachtungskapazitäten im Bereich des Kongress- und Tagungsmarktes. Vereint zogen CDU und FDP im Hauptausschuss gegen die aus ihrer Sicht unfaire Informationspolitik der Verwaltung zum Thema Hotelpläne zu Felde. Diesen Vorwurf wiesen Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Bürgermeister Peter Todeskino entschieden zurück.

Linke: Braucht Kiel so viele Hotels?

Die Linken zweifeln dagegen den Bedarf an vielen neuen Hotels in Kiel an. Es bestehe die Gefahr, dass jetzt die Investitionsruinen der nahen Zukunft geschaffen werden, warnt der linke Fraktionsvorsitzende Heinz Wieser. Wie berichtet, werden in 2017 in der Kaistraße ein Drei- bis Vier-Sterne-Hotel der Lindner-Gruppe (165 Zimmer) entstehen sowie ein Design-Hotel ähnlicher Kategorie am Bootshafen mit 160 Zimmern.

Bedarf besteht laut Fachleuten

Das Risiko von Überkapazitäten sehen Branchenkenner trotzdem nicht. Kiel Marketing und der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga sind angesichts der Größe Kiels, der Region und der boomenden Kreuzfahrtbranche überzeugt, dass Kiel zusätzliche Hotelbetten gut verkraften kann. „Kiel verzeichnet 300000 bis 400000 Kreuzfahrt-Passagiere im Jahr. Da ist noch Potenzial zu heben. Der Markt reguliert“, so Dehoga-Hauptgeschäftsführer Stefan Scholtis.

Den realistischen Bedarf beziffert Kiel-Marketing-Chef Uwe Wanger auf bis zu 1200 zusätzliche Betten in den kommenden Jahren. Sorgen macht ihm jedoch, dass womöglich die neuen Hotels zu nah aufeinander an den Start gehen, statt Zeit zu haben, gesund zu wachsen. Zudem müssten die Investoren auf attraktive Architektur achten. Vor dem Hintergrund überzeugen ihn die ersten Entwürfe des geplanten Hotels neben der Sparkassen-Arena nicht: Der Klotz verbreite den Charme eines Zweckbaus der 80er-Jahre. Der Investor, die Hamburger Revitalis, hatte angekündigt, die weitere Planung sowie die Gestaltung der Außenfassade mit der Stadt und dem Beirat für Stadtgestaltung abzustimmen.mad

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