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Kiel Marktschwärmer eröffnet neue Schwärmerei
Kiel Marktschwärmer eröffnet neue Schwärmerei
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08:00 27.06.2019
Von Sebastian Ernst
70 Bestellungen haben Nele Markwardt von Marktschwärmer Kiel (schwarze Schürze) und ihre Erzeuger bei der Eröfnung der Schwärmerei im Anscharpark in der Wik in Kiel verteilt. Quelle: Frank Peter
Kiel

In der Großstadt regionale Lebensmittel zu kaufen, ist oft mit großem Aufwand verbunden. Wochenmärkte finden oft zu Zeiten statt, die nicht wirklich in den Alltag von Berufstätigen passen, die regionalen Produkte, die im Supermarkt als regional angepriesen werden, kämen häufig aus ganz Deutschland, sagt Nele Markwardt. Mit der Marktschwärmerei Kiel bietet sie eine Alternative, um Lebensmittel aus der Region zu beziehen, abseits von Supermarkt und Wochenmarkt.

Die Idee: Im Online-Shop können Kunden sich Gemüse, Obst, Brot, Milchprodukte, Fleisch und Fisch von kleinen Betrieben aus dem Kieler Umland bestellen. Die Anbieter produzieren und Ernten dann genau die Mengen, die sie verkauft haben.

Kunden und Händler treffen sich in der Schwärmerei

Kunden und Händler treffen sich dann einmal wöchentlich zu einem festen Termin in der Schwärmerei. So heißt das Verteilzentrum von Marktschwärmer. Dort holt sich jeder Kunde die entsprechenden Waren beim jeweiligen Händler oder Erzeuger ab. Bezahlt und portioniert wird im Voraus.

"Wichtig ist, dass wir immer einen gewissen Grundstock an Waren haben", sagt Markwardt. "Daneben können wir immer wieder Produkte von ganz kleinen Betreiben ins Programm aufnehmen. Die hätten sonst gar nicht die Chance, ihre Ware zu verkaufen, weil sie viel zu wenig für den Wochenmarkt produzieren."

Am Mittwoch hat Markwardt die zweite Kieler Schwärmerei eröffnet: im Anschar-Park in der Wik. In der Heiligendammer Straße 15 können Kunden ab sofort jeden Mittwoch von 17 bis 18.30 Uhr ihre Bestellungen abholen. Zuvor ging das nur donnerstags von 17.30 bis 19 Uhr im Café Mmhio im Knooper Weg 75.

"Die Wik war früher landwirtschaftlich geprägt"

Dass Marktschwärmer nun auch in der Wik angekommen ist, freut Philipp Timm (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Ortsbeirats Wik. "Die Wik war früher landwirtschaftlich geprägt", sagt er bei der Eröffnungsfeier. "Da passt so eine Initiative gut hierher."

Auch die ersten Kunden freuten sich, dass es nun auch eine Schwärmerei in ihrer Nähe gibt. "Zum Knooper Weg bin ich mit dem Rad nicht so schnell hingekommen", sagt Kirsten Drosos. "Das ist schon sehr praktisch, die Schwärmerei jetzt in der Nachbarschaft zu haben."

Genau wie Drosos legt auch Stefan Niggemann wert auf regionale Produkte. "Die Schwärmerei ist ein guter Zusatz zum Wochenmarkt", sagt er. "Es hat ja nicht jeder zu den Marktzeiten Zeit. Besonders gut finde ich, dass man hier vorher bezahlt und die Sachen ohne viel Cashflow abholen kann."

Erzeugern freuen sich auf Austausch

Bei den Verteil-Treffen kommen Erzeuger und Verbraucher ins Gespräch. "Für uns ist das Konzept super interessant, weil wir uns mit den Leuten treffen und austauschen können", sagt Sina Rieken, die bei Riekens Landmilch für Marketing und Vertreib zuständig ist. Das Familienunternehmen beliefert Haushalte mit Milchprodukten, vertreibt seine Produkte aber auch über Marktschwärmer.

Für Jochen Höft ist die Marktschwärmerei ein Zusatz zum Wochenmarkt, der einige Vorteile mitbringt. Der Biolandgärtner verkauft nur Produkte aus eigenem Anbau: Gemüse, Salat und Kräuter. "Der Kunde kauft bei Marktschwärmer verlässlich", sagt er. "Da kann ich gut kalkulieren. Wenn ich auf den Wochenmarkt fahre und Mangold dabei habe, verwelkt der. Anbieten muss ich ihn aber."

Die Kundschaft auf dem Wochenmarkt erwarte generell ein breiteres Angebot. "Beim ersten Mal finden die Kunden das Regionale toll", sagt Höft. "Beim nächsten Mal will er neben dem Gemüse auch noch Zitronen. Die habe ich nicht und dann ist man den Kunden wieder los."

Bei der Eröffnung der Schwärmerei gingen 70 Bestellungen über die Theken der Anbieter. Eine Zahl, über die sich Markwardt freut. "Es wäre schön, wenn das so bleiben würde", sagt sie. "Auch für unsere Bauern ist das gut, denn so lohnt es sich auch für sie."

Weitere Informationen über die Schwärmereien in Kiel finde Sie hier.

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