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Kiel Wenn die Psyche nicht mehr mitspielt
Kiel Wenn die Psyche nicht mehr mitspielt
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13:00 19.07.2019
Von Oliver Stenzel
Setzen sich gemeinsam für einen zeitgemäßen Umgang mit psychischen Erkrankungen ein: Arne Leisner, Gerwin Stöcken, Maike Benson und Robert Göder (von links). Quelle: Oliver Stenzel
Kiel

Jedes Jahr sind in Deutschland nahezu 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen. Im Leben einmal psychische Probleme zu bekommen, ist damit ebenso wahrscheinlich wie Rückenschmerzen. Der Unterschied: Wer einen Hexenschuss erleidet, geht selbstverständlich zum Orthopäden. Macht aber die Psyche nicht mehr mit, wissen die Betroffenen oft nicht, wohin sie sich wenden sollen. „Die Kieler Bevölkerung soll wissen, dass psychische Krankheiten ganz normale Phänomene sind“, bekennt Kiels Sozialdezernent Gerwin Stöcken. Unter dem Titel „merk-würdig – Psyche im Fokus“ soll die „1. Woche der seelischen Gesundheit in Kiel“ jedermann die Möglichkeit bieten, sich umfassend über das Thema zu informieren.

Betroffene sollen von Stigmatisierung befreit werden

„Es handelt sich hier um ernstzunehmende und teils schwere Erkrankungen“, bekräftigt Prof. Robert Göder Stöckens Wunsch nach Aufklärung und das damit verbundene Ziel, Betroffene von der Stigmatisierung zu befreien. Das Kieler Zentrum für Integrative Psychologie (Zip), dessen stellvertretender Leiter Göder ist, zählt zu den mehr als 30 Einrichtungen und Vereinen, die ihre Arbeit und Angebote im Rahmen der Woche vorstellen. „Tatsächlich existiert in Kiel ein gutes Hilfesystem, es kann für Suchende jedoch zunächst unübersichtlich sein“, sagt Göder. 

Beim Flashmob wird für die Seele gesungen

Das von Vorträgen, Lesungen, Filmvorführungen und Tagen der offenen Tür getragene Programm berücksichtigt dabei ausdrücklich auch präventive Maßnahmen, wie Dr. Maike Benson, die Leiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Kieler Gesundheitsamts, betont. „Es gleicht dabei einer Leistungsschau der Einrichtungen, die in Kiel vorhanden sind“, ergänzt Arne Leiser, der Leiter des Amtes für Soziale Dienste. Dementsprechend findet sich unter den Angeboten der Woche am 22. August auch ein musikalischer Flashmob auf dem Bahnhofsvorplatz, dessen Teilnehmer mit Chorbegleitung für die „seelische Gesundheit“ singen. Bei der Mediendom-Filmvorführung „Zauber der Anderswelt“ verhelfen keltische Harfenklänge und passende Bilderwelten den Gästen zu Entspannung. 

Zum Abschluss gibt es den "Mut-Lauf Kiel 2019"

Zu den vielen bewusst niedrigschwellig angelegten Angeboten zählt Robert Göder insbesondere die Auftaktveranstaltung am 19. August im Ratssaal des Kieler Rathauses. Neben einer Gesprächsrunde zur Entwicklung und Situation der sozialpsychiatrischen Versorgung in Kiel wird dabei auch eine Betroffene ihre Eindrücke vom Hilfssystem der Stadt schildern. Überdies hebt Göder den „Mut-Lauf Kiel 2019“ am 24. August als Abschlussveranstaltung der Woche hervor. Begleitet wird der Lauf von einem „Markt der Möglichkeiten“, bei dem Selbsthilfegruppen, sozialpsychiatrische Anbieter, Kliniken und Sportvereine ihre Angebote präsentieren. Den einfachsten Zugang zum Thema bietet während der ganzen Woche täglich zwischen 15 und 19 Uhr eine kostenlose Hotline, die Fragen zum Thema seelische Erkrankungen beantwortet.

Das Programmheft liegt jetzt bei den beteiligten Einrichtungen und Vereinen sowie an anderen Stellen aus. Im Internet ist das Programm unter www.kiel.de/seelische-gesundheit zu finden.

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