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Kiel Im Sockel entsteht neuer Eingang
Kiel Im Sockel entsteht neuer Eingang
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18:00 22.08.2013
Der Wall, der den Sockel des Wasserturms umgab, ist bis auf die Treppe, die in das Innere des Baudenkmals führt, abgetragen. Quelle: Christoph Jürgensen
Kiel

Vorsicht musste walten, als die Bauarbeiter mit Bagger und Schaufeln das zwei Meter dicke Mauerwerk des unteren Wassertanks zum Vorschein gebracht haben. Das ehemalige Wasserreservoir mit 2500 Kubikmetern Fassungsvermögen wurde 1886 nach dem Aufbau einer zentralen Wasserversorgung für Kiel errichtet. Um vom Ravensberg aus auch die Obergeschosse der rasant wachsenden Stadt versorgen zu können, wurde der Wasserturm später kurzerhand obendrauf gesetzt.

Demnächst beginnen die Bauarbeiter damit, ein Loch für den künftigen Haupteingang in die mächtigen Mauern zu schlagen. Bevor sie dann damit starten können, das Baudenkmal zu entkernen, geht es erst einmal in den Untergrund: Um die Standfestigkeit des Turms zu sichern, bekommt sein altes Fundament eine Unterfangung. Dafür werden Hunderte Betonsäulen, rund zwei Meter lang, unter das Fundament getrieben. „Das Einbringen dieser Säulen wird rund vier Wochen dauern“, berichtet Projektleiter Michael Kelm. Nach derzeitigem Zeitplan könnte in acht bis zwölf Wochen mit dem Rohbau im ehemaligen Wallbereich begonnen werden.

Jede Wohnung des gemeinsamen 14-Millionen-Euro-Projekts der Hamburger Projektentwicklungsfirma BPB und der GVI Immobilien GmbH Kiel soll ein Unikat werden: Deckenhöhen bis zu sechs Metern, mehrere Ebenen mit Galerien, großzügige Terrassen, nicht zu vergessen der einmalige Ausblick. Nach den Entwürfen des Büros Schnittger Architekten und Partner entstehen sieben Geschosse mit Wohnungen mit bis zu 181 Quadratmetern Wohnfläche.

Von draußen geht es später durch ein zweigeschossiges, verglastes Entree in die 150 Quadratmeter große Eingangshalle. Rundum liegen ebenerdig oder über eine Galerie erreichbar die elf Wallwohnungen am Fuß des Wasserturms. Jede Wohnung bekommt Fensterflächen vom Boden bis zur Decke. Ein gläserner Aufzug führt aus der Halle in die weiteren Stockwerke, wo sich moderne Wohnformen mit dem historischen Mauerwerk verbinden. Im Mittelteil des Turmes sind sechs sogenannte Stadthäuser geplant, die sich jeweils über drei Ebenen erstrecken. Darüber entstehen sechs Penthouse-Maisonette-Wohnungen. In der Kuppel des Turmes schließlich soll eine Galerie allen künftigen Bewohnern zugänglich sein.

Im Untergeschoss des ehemaligen Zweckbaus aus der Kaiserzeit ist eine Tiefgarage mit 92 Stellplätzen geplant. Hier liegt später auch der zweite, barrierefreie Haupteingang des besonderen Wohnhauses. 19 der 34 Wohnungen sind bereits reserviert. „Demnächst werden wir damit beginnen, notarielle Verträge zu machen“, so Projektleiter Kelm.

Beim Ausbau des Turmes sollen alte Details wie Pumpen, Schieber oder Teile des Tanks gesichert und dann im Eingangsbereich aufgestellt werden. Für ein Einfamilienhaus, das neben dem Wasserturm anstelle des jetzigen Trafo-Häuschens errichtet werden soll, wurde inzwischen der Bauantrag eingereicht.

Auch die Stadtwerke lassen am Wasserturm gerade Erdarbeiten ausführen: Eine Hauptwasserleitung, die über das Grundstück führt, muss verlegt werden. Die Arbeiten sollen noch rund 14 Tage dauern.