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Kiel Neueröffnung mit neuem Betreiber
Kiel Neueröffnung mit neuem Betreiber
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08:00 01.06.2019
Von Oliver Stenzel
„Original raffinierte deutsche Küche“: Unter diesem Namen will Stefan Kleinert den ehemaligen „Imbiss am Willi“ mit neuem Leben füllen. Quelle: Oliver Stenzel
Kiel

Ob er eine kleine Kostprobe seines Könnens geben wolle? Aber gerne doch: Stefan Kleinert stellt eine Pfanne auf die Induktionsplatte, gibt Spätzle und Käse hinein, worauf sich rasch ein verlockender Geruch in seiner kleinen Küche ausbreitet, die in Kiel wohlbekannt ist. Denn unter dem Namen „Imbiss am Willi“ fand sich in der Stephan-Heinzel-Straße 10 lange Zeit Kiels erste Adresse für Currywurst.

Damals bestimmte der Geruch der Friteuse das Innere des historischen Gebäudes direkt neben dem Amt für Soziale Dienste, dessen Ausgabefenster sich Ende 2017 schloss. Das Kochgerät zählt nun nicht mehr zum Inventar der kultigen Location. Stattdessen stehen Gerichte wie Schnitzel mit lauwarmem Kartoffelsalat, Frikadellen mit Schmelzzwiebeln und eben Käsespätzle auf der ersten Angebotstafel des neuen Pächters, der seinen Stil selbst als „raffinierte deutsche Küche“ beschreibt.

Betreiber war erfolgreich mit dem "Imbiss-Wunder am Prenzlauer Berg"

„Ich möchte hier hochwertig und kreativ beliebte Traditionsgerichte zubereiten. Dieses Konzept ist in Berlin sehr gut aufgegangen, und ich denke, dass es dies auch in Kiel tun wird“, sagt der 41-Jährige, der in der Metropole acht Jahre lang den „Imbiss 204“ betrieb, der sogar die Berliner Zeitung zu der Überschrift „Das Imbiss-Wunder am Prenzlauer Berg“ animierte. Wer eine Gabel von Stefan Kleinerts Käsespätzle kostet, begreift rasch, wie es zu diesem Ehrentitel kam: Schlotzig und geschmackstief vermittelt das Gericht den Eindruck frischer Heimatküche, wie man sie in einer „Imbissbude“ nicht erwarten würde. „Es ist natürlich keine leichte Kost“, lacht der Koch. „Aber dafür gibt es ja einen Salat dazu!“

Auch solche Scherze am Rande trugen zu Kleinerts Ruf in Berlin bei. „In der Schule war die Theater-AG für mich das Größte“, bekennt er und ergänzt, dass ihm die Arbeit in einem Imbiss-Kontext nicht zuletzt deshalb schon immer Spaß gemacht habe, weil man hier dicht am Kunden koche. Die AG war übrigens die der Max-Planck-Schule, denn tatsächlich handelt es sich bei dem Koch um einen gebürtigen Flintbeker, der für seine Lehre in die Hauptstadt ging und diese im Restaurant Aigner am Gendarmenmarkt absolvierte – einem der großen Klassiker der Hauptstadt. Wie er überhaupt zu seinen Beruf gekommen sei? „Ich muss es wohl im Blut gehabt haben“, antwortet Kleinert, dessen Eltern zu den Köpfen des bekannten Feinkostgeschäfts Hohwü in der Holstenstraße zählten.

Bewusste Abgrenzung vom "Imbiss am Willi"

Als sich nach acht Jahren im „Imbiss 204“ die Frage nach der nächsten Pachtverlängerung stellte, verspürte Kleinert Lust auf einen Tapetenwechsel, kehrte mit seiner Familie 2018 in den Norden zurück und arbeitete hier zunächst als Angestellter. „Als ich dann die Ausschreibung für den Wilhelmplatz sah, konnte ich mir sofort vorstellen, mein bewährtes Berliner Konzept auf Kiel zu übertragen“, sagt der neue Pächter, der nun ab der kommenden Woche von Montag bis Freitag zwischen 11 und 18 Uhr im „Original raffinierte deutsche Küche“ am Herd steht, wie er seinen neuen Schaffensort getauft hat. „Der Name soll einerseits mein Angebot auf den Punkt bringen“, sagt der Koch. Zum anderen wolle er damit auch deutlich machen, dass er eben nicht den „Imbiss am Willi“ wiederauferstehen lasse. Dementsprechend hat er bewusst nicht nur auf die Friteuse in der Küche verzichtet, sondern auch auf den Alkohol im Angebot.

Kleinerts Vermieter ist übrigens der Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel, der die Anlage saniert und erneuert hat. Bereits seit Ende April ist in diesem Zusammenhang auch die Toilettenanlage in dem Gebäude wieder für die Öffentlichkeit nutzbar.

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