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Kiel Vom Traumschiff auf die Baustelle
Kiel Vom Traumschiff auf die Baustelle
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12:00 06.04.2019
Von Frank Behling
Eine einzige Baustelle: Der Zugang zur Seafarers’ Lounge ist – wie das künftige Terminalgebäude auch – noch nicht fertig. Quelle: Frank Behling
Kiel

Der Liegeplatz 27 am Terminalgebäude ist dennoch für die Abfertigung der „Aidacara“ rechtzeitig fertig. Die Passagierbrücke ist gecheckt, die Fenderungen an der Pierkante überprüft, und der Kolkschutz auf dem Grund des Hafens wurde erneuert. Gut zwei Millionen Euro hat der Seehafen hier investiert. Eine Sache ist jedoch auf der Strecke geblieben. „Wir sind leider nicht in der Lage, uns um die Besatzungsangehörigen zu kümmern. Die Seafarers’ Lounge ist so nicht für die Seeleute nutzbar“, sagt Seemanns-Diakonin Stefanie Zernikow. Die Bauarbeiten am benachbarten Terminalneubau haben den Haupteingang zur Lounge blockiert.

Lounge für die Crewmitglieder nicht nutzbar

„Wir haben das Problem erkannt. Es wird einen zweiten Zugang zur Lounge vom Kai aus geben“, versprach Seehafensprecher Ulf Jahnke. Der Zugang hat jedoch einen Haken: Es ist nur ein Notausgang mit zu schmaler Tür. „Wir bekommen da keine Waren in die Lounge“, ergänzt Zernikow. Sie sieht so keine Chance, die Lounge planmäßig zu eröffnen. In dem kleinen Raum am nördlichen Ende des Ostseekai-Terminals ist deshalb Stille. 

Die Lounge wurde 2014 mit Zuschüssen des Landes, der Kirche und der Seeleute-Gewerkschaft ITF geschaffen. Er ist seitdem eine beliebte Anlaufstelle für die meist aus Asien, Südamerika oder Osteuropa stammenden Crewmitglieder der Kreuzfahrtschiffe. „Wir machen eigentlich niemandem konkret einen Vorwurf. Es gab regelmäßig Termine und Gesprächsrunden, da haben wir unseren Wunsch vorgebracht, die Betreuung der Seeleute nahtlos mit dem Start der Saison beginnen zu können“, sagt Jochen Hinz, Vorsitzender des Vereins Deutschen Seemannsmission Kiel.

Mehr als 20.000 Besatzungsmitglieder nutzen die Lounge

Die überwiegend von ehrenamtlichen Kräften besetzte Seafarers’ Lounge ist traditionell während der Liegezeit der Schiffe besetzt. So können Seeleute dort Gespräche führen, Geld in ihre Heimatländer überweisen oder Video-Telefonate führen. „Dass das jetzt nicht wie geplant beginnen kann, macht uns schon traurig“, so Hinz

In der Lounge werden pro Jahr mehr als 20.000 Besatzungsangehörige von bis zu 30 Schiffen betreut. Es gibt dort Telefonkarten, Internetverbindungen und spezielle Nahrungsmittel aus den Herkunftsländern der Seeleute.

Alle Anläufe von Kreuzfahrtschiffen 2019 in Kiel finden Sie hier.

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