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Kiel Angst vor dem Fahrverbot
Kiel Angst vor dem Fahrverbot
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10:00 25.08.2017
Von Anne Steinmetz
Viele zu viel schlechte Luft: Die Umweltbelastung am Theodor-Heuss-Ring in Kiel gerät ins Visier der Behörden. Quelle: Frank Peter
Kiel

In der Diskussion um Diesel-Fahrverbote nimmt der Druck auf Kiel weiter zu: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kündigte am Donnerstag an, gegen die Landeshauptstadt und 44 weitere Städte, darunter auch Norderstedt, ein formales Verfahren zur Sicherstellung der Einhaltung der Stickstoffdioxid-Grenzwerte einzuleiten. Betroffen sind alle Städte, bei denen der Grenzwert im Jahresmittel um mehr als zehn Prozent überschritten wird.

DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch sagte, man werde die für die Luftreinhaltung zuständigen Behörden auffordern, binnen vier Wochen zu erklären, welche wirksamen Maßnahmen sie ergreifen, um die Grenzwerte einzuhalten. „Wenn die Antworten nicht zufriedenstellend ausfallen, werden wir weitere Rechtsverfahren prüfen und gegebenenfalls kurzfristig einleiten“, sagte Resch.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) sagte, die Stadt beschäftige sich schon lange mit den hohen Stickstoffdioxidbelastungen am Theodor-Heuss-Ring, der Handlungsdruck sei groß. „Wir brauchen die DUH nicht – weder zur Anerkennung der Lage noch für unseren Ehrgeiz, daran etwas zu ändern.“ Kämpfer verwies darauf, dass man mit dem Umweltministerium an einem neuen Luftreinhalteplan arbeite.

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Im Jahresdurchschnitt lag 2016 die Stickstoffdioxidbelastung am Heuss-Ring bei 65 Mikrogramm pro Kubikmeter, 25 Mikrogramm über dem Grenzwert. Die Messdaten des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume zeigen, dass die Luftbelastung an Werktagen  während des Berufsverkehrs morgens und abends jeweils stark zunimmt. Dann werden dort regelmäßig Werte über 100 Mikrogramm gemessen.

Kämpfer sprach von einem „isolierten Problem“, die Messwerte seien nicht repräsentativ für Kiel. Ein Fahrverbot auf der Hauptverkehrsader würde ein Chaos bedeuten. Mit großer Sorge beobachten auch Taxifahrer die Debatte. Mehr als 90 Prozent der Fahrzeuge würden mit Diesel betankt, sagte Thomas Krotz vom Landesverband für das Taxi- und Mietwagengewerbe. „Wenn es wirklich ein komplettes Fahrverbot geben sollte, dann gibt es keine Taxen mehr.“

Von Anne-Kathrin Steinmetz

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