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Kiel Blick in die Zukunft war der Renner
Kiel Blick in die Zukunft war der Renner
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20:00 01.01.2015
Von Volker Rebehn
Matthias Jaschik (links) und Norbert Aust vom Werftparktheater lesen den Besuchern nach dem Bleigießen die Zukunft. Quelle: vr: Volker Rebehn
Kiel

Fast jeder stellte sich bei den Museumsmitarbeitern Armin Leppert und Dieter Kohtz geduldig an, um einen kleinen Bleiklumpen schmelzen zu lassen und ihn dann in kaltes Wasser zu schütten. Die kleinen und großen Besucher fischten die bizarrsten Formen aus den Becken. „Von vorne ist das ein Frosch, der sein Maul weit aufreißt, von der Seite sieht es aus wie ein Walfischmaul“, erläutert Bela. Der neunjährige Russeer hatte sich gerade von Norbert Aust seine Bleiform deuten lassen und strahlte. Denn auch das hatte er erfahren: „Wenn ich die glatte Fläche kraule, komme ich gut durch mein Leben.“ Vor Norbert Aust, im „normalen“ Leben Chef des Kieler Werftparktheaters und an diesem Tag zusammen mit seinem Theaterkollegen Matthias Jaschikals als „Spökenkieker“ aktiv, hatte sich schnell eine lange Schlange gebildet. Alle wollten natürlich hören, was in den Figuren zu sehen sein könnte.

 Wie Bela, sind auch seine Eltern Inga und Andreas Buschmeyer und die Geschwister Kostja (7) und Tilda (6) zufrieden. „Hier kann man das Jahr völlig entspannt und ruhig ausklingen lassen. Das ist ein toller Gegenpol zum sonstigen Silvestertrubel“, sagt Andreas Buschmeyer. Sie wollen daher auch im nächsten Jahr wieder dabei sein. Das haben sich auch Michael Lenz und Corinna Ufer vorgenommen, die mit ihren Kindern Mariella (4) und Justus (1) gekommen sind. „Das Museum ist eine tolle Einrichtung, wir kommen gerne wieder“, sagen die Kronshagener.

 Das freute Sönke Petersen. Der Vorsitzende des Fördervereins des Industriemuseums blickte in einer kurzen Ansprache auf die abgelaufene, mittlerweile neunte Museumssaison zurück. Die bescherte den etwa 20 ehrenamtlichen Mitgliedern des Museumsteams erstmals einen deutlichen Besucherrückgang. Nach 4360 Besuchern im Rekordjahr 2013 kamen 2014 insgesamt 3547 Besucher. Nur 2011 war die Zahl (3364) niedriger. Der Grund lag für Petersen auf der Hand: 2013 hätten zahlreiche Sonderveranstaltungen zum 175-jährigen Howaldt-Jubiläum sowie zum zehnjährigen Vereinsjubiläum das Programm bereichert. Die hätte es 2014 in der Menge nicht gegeben. Zwar hätte die Museumsnacht Ende August einen neuen Besucherrekord gebracht (1471 Gäste) und das Museum an seine personellen und räumlichen Grenzen gebracht. Leider seien aber zu den „normalen“ sonntäglichen Öffnungen von Ende März bis Ende Oktober sehr viel weniger Leute gekommen. Insgesamt bewertete Petersen die Arbeit des Vereins als erfolgreich.

 Um den Betrieb des Industriemuseums in der Grenzstraße langfristig zu sichern, sucht das Museumsteam daher Verstärkung durch ehrenamtliche Mitarbeiter. „Sorgfältige Einarbeitung bei sehr gutem Betriebsklima ist gewährleistet“, verspricht Sönke Petersen. Infos unter www.alte-giesserei-kiel.de oder bei Sönke Petersen unter Telefon 0431-202621.