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Kiel Darum lohnt sich ein Bafög-Antrag
Kiel Darum lohnt sich ein Bafög-Antrag
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09:42 03.11.2019
Von Marc R. Hofmann
Rieka Brinkert ist die erste Ansprechpartnerin, wenn Studenten zu einer ersten Beratung ins Kieler Servicebüro kommen. Quelle: Marc R. Hofmann
Kiel

Mehr Infos gibt’s von 11 bis 14 Uhr am Info-Stand in der Mensa der Christian-Albrechts-Universität. Die Landeshauptstadt ist der letzte Stopp der bundesweiten Tour. „Traut Euch und stellt einen Antrag“, sagt Tanja Wampola, Leiterin des Bereichs Ausbildungsförderung beim Studentenwerk. Ziel der Aktion sei es, die Fördermöglichkeiten bekannter zu machen. „Viele Studenten vermuten, dass ihre Eltern zu viel Geld verdienen, ohne selbst die Freibeträge zu kennen“, sagt Wampola. Dabei verließen sie sich auf Hörensagen, ohne ihren Anspruch überprüfen zu lassen. Die Förderung sei ein Recht, für das sich Schüler und Studenten nicht zu schämen brauchen. Wichtig sei aber, den Antrag bald zu stellen. Denn selbst wenn noch Unterlagen nachgereicht werden müssen, Geld gibt es rückwirkend immer erst ab dem Monat der Antragstellung.

Förderung ist lohnend

Dabei ist die Förderung durchaus lohnend. Maximal 853 Euro können Studenten im Monat erhalten. Im nächsten Jahr steigt der Satz auf 861 Euro, während es bisher lediglich 735 Euro waren. Außerdem wurden die Zuschüsse für die Betreuung eigener Kinder und die Zuschläge für Kranken- und Pflegeversicherung angehoben. Oliver Michels aus dem Justiziariat des Studentenwerks erklärt: „Zusätzlich sind die Freibeträge für den Verdienst der Eltern und das eigene Vermögen erhöht worden.“ Im Moment dürfen Studenten zum Beispiel 7500 Euro eigenes Vermögen wie Bankguthaben oder Wertsachen haben. „Was dazu und in welcher Höhe zählt, kann jedoch nur die individuelle Beratung klären“, sagt Michels. In einigen Fällen dürfe der Wert auch deutlich höher liegen. „Selbst wenn wir nicht die Höchstförderung gewähren können, können doch schon 50 Euro Förderung im Monat einen Unterschied machen“, wirbt der Jurist für die Leistung.

Keine Angst vor der Überschuldung

Tanja Wampola sagt: „Dabei müssen die Studenten keine Angst vor einer Überschuldung haben.“ Schließlich sei mindestens die Hälfte der Förderung geschenkt. Selbst wer den Höchstsatz für das ganze Studium bekomme, müsse maximal 10 000 Euro zurückzahlen. Für Schüler gelte, das nichts zurückgezahlt werden müsse. Weiterer Vorteil: Für den Kredit vom Staat werden keine Zinsen fällig, mit der Rückzahlung muss erst mehrere Jahre nach Ende der Förderung begonnen werden. Und das für maximal 20 Jahre, unabhängig davon, ob die Schulden bis dahin komplett beglichen werden konnten.

Wichtig ist der bestmöglichste Bildungsweg

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagt zu der Aktion: „Jeder Mensch soll unabhängig vom Geldbeutel der Eltern den bestmöglichen Bildungsweg gehen können.“ Es sei deswegen im Interesse der Gesellschaft, dass möglichst viele junge Menschen dieses Angebot auch nutzen. Dazu solle die Informationstour, die am Montag nach Kiel kommt, beitragen. „Wir stehen dazu mit unseren Kollegen von der Bafög-Hotline im Info-Stand in der Mensa und sprechen auch direkt Studenten auf dem Campus an“, sagt Leiterin Wampola

Anspruch prüfen lassen

Interessenten haben dort die Möglichkeit, Infomaterial mitzunehmen und einen Antrag abzugeben. „Die individuelle Beratung machen wir dann später bei uns im Studentenwerk“, sagt Wampola. Sie hofft, so mehr Studenten dazu bewegen zu können, ihren Anspruch prüfen zu lassen. „Denn aktuell sinken die Zahlen der Unterstützten, obwohl wegen der höheren Freigrenzen mehr einen Anspruch hätten.“ Diesen Widerspruch würde Tanja Wampola gern auflösen.

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