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Kiel MVK will Klärschlamm verbrennen
Kiel MVK will Klärschlamm verbrennen
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08:59 19.11.2018
Von Niklas Wieczorek
Die MVK bereitet sich auf den Schlamm vor: Vorne links (blauer Quader) am Kraftwerksgebäude soll der Anlieferungsbereich der Verbrennungslinie entstehen. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Die MVK öffnete eigens einen Zugang über den Winterbeker Weg, Plakatwände zeigten die Vorstellungen der MVK. Betriebsleiter Thomas Bäumann führte die Besucher über das Gelände und erklärte in einfachen Worten die Hintergründe und welche Veränderungen vorgenommen werden müssten.

Nicht auf die Felder, sondern in den Ofen

Zunächst der politische Hintergrund: „Die Düngemittelverordnung wurde angepasst. Sie besagt sinngemäß, dass wir unsere Felder überdüngen.“ Vor allem werde zu viel Phosphor ausgebracht. Vorgabe: Klärschlamm verbrennen und „das Phosphor aus der Asche wieder rausholen und nutzbar machen“. Die MVK will ihrer Zeit voraus sein: Zwar griffen diese Vorgaben erst 2029, so Bäumann: „Doch 2029 ist für kommunale Politik gar nicht so weit, weil sie gerne in Dekaden denkt.“ Wenn die Stadt ihre Klärschlammmengen ausschreibe, will die MVK vorbereitet sein.

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Geruchsbelästigung soll minimiert werden

„Die Lkw fahren rückwärts rein und kippen den Schlamm in eine Grube“, beschreibt Bäumann. Dies sei der einzige Zeitpunkt, an dem für die Anwohner Geruchsbelästigung entstehen könne: „Klärschlamm stinkt“, sagt Bäumann. „Erst haben die Fahrzeuge eine Plane. Den Anlieferungsbereich wollen wir dann kapseln.“ Tore werden vor dem Öffnen der Planen stets geschlossen. Und es soll ein Unterdruck erzeugt werden, um die Luft abzusaugen. Die werde später in der Verbrennung genutzt.

Der Schlamm wird in Silos befördert, dann von Trocknern ausgedörrt, kommt als Trockenschlamm in einen neuen Ofen. Hier wird beim Verbrennen Energie erzeugt, die nicht nur die Trockner antreibt, sondern auch Fernwärme übrig lässt. Der beim Trocknen entstehende extrem belastete Dampf soll in allen drei Verbrennungslinien erneut verbrannt und in der Klärschlammanlage kondensiert werden, um erneut Energie zu gewinnen.

Kritische Fragen, konstruktive Diskussionen

Nach Ansicht von MVK-Geschäftsführer Frank Ehlers wurde das Angebot, die Anwohner frühzeitig zu informieren, „sehr positiv“ aufgenommen: „Es kamen kritische Fragen, aber wir haben sehr konstruktiv diskutiert.“ Größere Anbauten plane die MVK schließlich nicht. Derzeit soll ein Generalplaner gefunden werden, der das Vorhaben vorantreibt. Die Bauphase plant die MVK ab 2021/22, den Start 2022/23. Abschließend betont Bäumann: „Nach dem Feuer ist der Geruch weg.“

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