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Kiel So teuer ist Wohnen in Kiel
Kiel So teuer ist Wohnen in Kiel
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14:01 18.01.2016
Von Julia Carstens
Ein Blick auf die Karte zeigt: In Düsternbrook sind die Mietpreise pro Quadratmeter am höchsten. Quelle: CartoDB/Kieler Nachrichten
Kiel

Viele Geburten und ein starker Zuzug von Flüchtlingen: In Kiel leben immer mehr Menschen. Anfang des Jahres betrug die Einwohnerzahl nach Angaben der Stadt 246.269. Auch bei jungen Leuten ist Kiel beliebt. Doch für Studenten ist es schwierig geworden, zum Semesterstart eine geeignete Wohnung oder ein WG-Zimmer zu finden. Denn bezahlbarer Wohnraum wird knapp, so die oft gehörte These. Aktuelle Zahlen des Onlineportals Immobilienscout24 bestätigen dies. Das Unternehmen führt momentan über 300 Mietangebote aus Kiel und listet die Preisentwicklung auf. Das Ergebnis: Die Kosten für Neumieter steigen – in allen Stadtteilen.

Interaktive Karte zu den Mietpreisen

Besonders teuer ist eine Wohnung demnach in Düsternbrook – hier lag der durchschnittliche Kaltmietenpreis pro Quadratmeter im vergangenen Jahr bei 9,70 Euro. Ähnlich sieht es am Blücherplatz (8,36 Euro) und Brunswik (8,14 Euro) aus. Relativ günstig sind die Angebote hingegen in Mettenhof (5,95 Euro) und auf dem Ostufer, also in Gaarden-Ost (6,05 Euro) und Ellerbek (6,19 Euro). Aber auch diese Preise liegen über den durchschnittlichen Kieler Bestandmieten aus dem Jahr 2014, die mit 5,81 Euro im Mietspiegel verzeichnet sind.

Günstig im Osten, gehoben im Westen

„Keine Überraschung“, findet Heidrun Clausen vom Mieterverein. „Die Preise unterscheiden sich im Schnitt um gut zwei Euro vom letzten Spiegel. Das ist eine normale Entwicklung, die vor allem dem fehlenden Wohnraum geschuldet ist.“ Zudem seien die Angebote auf der Internetseite lediglich Angaben von Vermietern und keine Zahlen, die durch einen Vertragsabschluss belegt sind. „Einige Eigentümer haben interessante Wunschvorstellungen, die eher nach München als nach Kiel passen.“

Deren Verband sieht das erwartungsgemäß anders. „Jeder Mieterwechsel bietet die Chance, den Preis anzuheben“, erläutert Volker Sindt vom Hauseigentümerverband Haus&Grund in Kiel. Er beobachtet den Immobilienmarkt seit 30 Jahren und weiß: Die Landeshauptstadt lässt sich klar einteilen. Günstig im Osten, gehoben im Westen. „Düsternbrook, Ravensberg und Wik sind seit jeher gefragte Lagen und werden es auch bleiben. Stadtteile wie Gaarden und Dietrichsdorf kämpfen hingegen schon länger mit Imageproblemen, die sich in den Angeboten wiederspiegeln.“ Dass auch hier die Mieten teurer werden, begründet Sindt mit einem „momentanen Aufschwung“.

Mietspiegel (530 kB)

Immobilienfirmen aus Skandinavien, die schon einige marode Stadtteile in angesagte Szeneviertel verwandelt hätten, seien am Kieler Markt interessiert. Sindt wagt deshalb einen Vergleich mit dem Schanzenviertel in Hamburg: „Da wollte vor ein paar Jahren auch niemand hinziehen“, sagt Sindt. Heute eine beliebte Wohngegend. Eine Verdrängung der ärmeren Haushalte, wie man sie aus Hamburg kennt, sieht Sindt in Gaarden aber nicht. „Auf dem Ostufer wird es immer Bestände wie am Theodor-Heuss-Ring geben, die kein besser gestelltes Publikum anziehen.“

Durchmischung ist wichtig

Arm neben reich, Student neben Großverdiener: Eine Durchmischung der Stadtteile mit vielen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen befürwortet auch Heidrun Clausen vom Mieterverein. Jeder soll sich theoretisch jeden Stadtteil leisten können. 1000 Neubauwohnungen sind dafür pro Jahr nötig, sagt sie.

Im sogenannten Masterplan der Stadt, der Kiel fit für das erwartete Einwohnerwachstum machen soll, sind aber jährlich nur 800 vorgesehen. „Das wird für diese Herausforderung nicht reichen.“ Die Mieten werden also weiter steigen.

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