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Kiel Das Berufsleben der Anderen
Kiel Das Berufsleben der Anderen
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08:08 09.10.2019
Im Dialog: Pastor Niels-Peter Mahler (re.) zeigt Jens Heyne von Randstad seinen Arbeitsplatz. Quelle: Frank Peter
Kiel

Die Initiative wurde von Bischöfin Kirsten Fehrs gemeinsam mit dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Nordkirche, dem KDA, vergangenes Jahr ins Leben gerufen. In „Common Purpose“, einem Netzwerk aus Entscheidern in Hamburg, wurde die Idee für das berufliche „Über-die-Schulter-schauen“ entwickelt. Renate Fallbrüg betreut das Projekt beim KDA und konnte gleich zu Beginn vier Kandidaten aus der Wirtschaft für das Projekt in Hamburg gewinnen. „Auch die Pastoren dafür zu begeistern, das war nicht schwer“, erzählt sie. Die vier Hamburger Pastoren kommen allesamt aus der „Werkstatt U 45“, einer Gruppe Pastoren unter 45 Jahren, die sich damit beschäftigen, wie Kirche in Zukunft aussehen könnte. 

Einblicke in den Arbeitsalltag

Es ist kurz nach halb 9, als Pastor Niels-Peter Mahler und Personalvermittler Jens Heyne sich für die Dienstbesprechung im Gemeindehaus der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde zusammensetzen – der erste Tagesordnungspunkt von vielen, die Pastor Mahler heute nicht alleine bewältigen wird. Er und Jens Heyne sind das erste „Job Shadowing“-Paar in Kiel und schauen sich an zwei Terminen gegenseitig über die Schulter. Bereits im Juli nahm Heyne den Pastor aus Dietrichsdorf mit in den Arbeitsalltag des Personaldienstleisters Randstad. „Es war wirklich spannend. Man hat ja doch als Pastor an vielen Stellen ein Stück Narrenfreiheit und wir gestalten unseren Berufsalltag weitgehend selber. Einen Alltag zu haben, wo sehr viel vorgegeben ist und wo trotzdem ganz viele Gestaltungsspielräume sind, jenseits der ganz starren Regeln, das fand ich sehr schön zu erleben”, erzählt Mahler.

Nun wird der Spieß umgedreht

Zu begreifen, wie diese andere Arbeitsrealität aussieht, helfe ihm auch im Umgang mit Menschen in der Kirche. Beim zweiten Termin dreht sich der Spieß nun um. Auf die Mitarbeiterrunde am Morgen folgt ein Treffen mit dem Kieler Krimiautor Kurt Geisler zur Planung eines Krimi-Gottesdiensts für den November sowie zwei Beerdigungsgespräche. Jens Heyne ist zuversichtlich: „Gerade so etwas wie ein Beerdigungsgespräch ist ja Lichtjahre von meiner Welt entfernt. Deswegen freue ich mich auf den Tag. Ich nehme hundertprozentig etwas mit.“ Beim „Job Shadowing“ beobachtet eine Person eine andere bei der Arbeit, um den jeweiligen Beruf kennenzulernen und über den Tellerrand zu blicken. Im Gegensatz zu einem Praktikum oder einem Seitenwechsel steht aber nicht das eigene Einarbeiten, sondern die Eindrücke vom Arbeitsalltag des Tauschpartners im Fokus. 

Positive Erfahrungen der Teilnehmer

„Ich arbeite seit 20 Jahren im gleichen Unternehmen, auch sehr gerne. Aber alles, was man länger macht, verengt natürlich langfristig den Blick und die Perspektive. Da mal herauszukommen und das Sichtfeld zu erweitern, das ist auf jeden Fall eine Bereicherung“, erklärt Jens Heyne. „Wenn es dann noch ein Beruf ist, von dem man gar keine Ahnung hat, dann ist es doppelt so interessant.“ Obwohl es zwischen der Randstad- Niederlassung in Kiel und dem kirchlichen Dienst immer wieder Schnittstellen und gemeinsame Projekte gab, ist das „Job Shadowing“ sowohl für Heyne als auch für Pastor Mahler eine völlig neue, enorm positive Erfahrung. Nach fünf erfolgreichen Begegnungen in Hamburg und Kiel haben sich inzwischen bereits drei neue Paare gefunden, um den Austausch zwischen Kirche und Wirtschaft zu intensivieren.

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Von Esther Marake

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