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Kiel 125 Jahre Farbe für Kiel
Kiel 125 Jahre Farbe für Kiel
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17:17 04.11.2019
Von Karina Dreyer
Mit einer Malschule legte Christian Karde 1894 in Kiel den Grundstock für das Familienunternehmen, den Malereibetrieb Karde. Heute leitet Urenkel und Inhaber Bernd Karde (links) den Malereibetrieb mit dem Malermeister Thomas Klar. Quelle: Karina Dreyer
Kiel

Denn aus der Malschule entstand der Malereibetrieb Karde, der nun in vierter Generation fortbesteht. Dass sich aus einer Malschule ein Malereibetrieb entwickelte ist kaum verwunderlich, gehören doch zu beiden Berufen ein Sinn für Farben, Strukturen und Materialien. „Damals gehörte es zum Handwerk, neben Mustern und Ornamenten auch Portraits, Landschaften und szenische Darstellungen an die Wände zu bringen“, sagt Bernd Karde, der das Unternehmen heute als Inhaber zusammen mit dem Malermeister Thomas Klar leitet.

Zur Kaiserzeit galt der Maler in Kiel noch als Künstler

Nachdem sich Kiel mit seinem Reichskriegshafen zu einer Großstadt entwickelte, wurde die mittelalterliche Bausubstanz der Innenstadt weitgehend durch zeitgemäße Bauten ersetzt. Die Einwohnerzahl wuchs, es entstanden aufwendige Bauten, das Handwerk erlebte eine Blütezeit. „Es war die große Zeit der Dekorationsmalerei. Der Maler hatte andere Aufgaben und sein Gewerbe einen anderen Stellenwert als heute. Er war Kunsthandwerker im alten Sinne“, heißt es in einer Chronik der Familie Karde. In alten Häusern kann sich so noch manch Kunstwerk unter den Tapeten verstecken.

Mit dem Siegeszug der Tapete änderte sich das Handwerk

Das änderte sich, als Christian Karde 1927 starb und den Betrieb seinem Sohn Hans übergab, der im selben Jahr eine „Werkstatt für decorative Malerei und Anstrich“ anmeldete. Denn zu dieser Zeit veränderte sich das Malerhandwerk: Die Tapete trat ihren Siegeszug an, die Muster wurden von Künstlern übernommen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus in der  Waisenhofstraße zerstört

Die Malerei führte die Arbeiten aus. Während des Zweiten Weltkrieges wurden das Haus und die Werkstatt in der Waisenhofstraße zerstört, erst 1954 konnten Familie und Firma wieder dorthin zurückkehren.

Die Söhne der Familie blieben dem Handwerk in Kiel treu

Die Söhne der Familie blieben dem Handwerk treu: 1948 hatte Sohn Uwe Karde mit der Ausbildung begonnen und übernahm nach dem Tod seines Vater 1959 die Firma. 1992 stieg sein Sohn Bernd Karde als Malermeister und Betriebswirt als Gesellschafter mit ein. Es gibt zwar keine Wandmalereien mehr, auch die klassische Mustertapeten liegen nicht mehr im Trend. Doch die Tradition des Maler- und Lackiererberufs als ästhetisches Handwerk ist geblieben. Hinzu kam die Vielfalt an Farben, Materialien, Strukturen und Techniken sowie der Wunsch nach Nachhaltigkeit. „Die Kunden sind sensibler geworden bei den Inhaltstoffen“, sagt Karde. Früher sei es wichtiger gewesen, dass die Farbe hält. Heute zählt, was drin ist.

Zum Team in Kiel zählen derzeit 20 Mitarbeiter

Auch das Angebot der Firma mit einem Team von 20 Mitarbeitern hat sich vergrößert. Neben Privatleuten zählen Wohnungsbaugesellschaften, Architekten und Hausverwaltungen zu den Kunden des Malereibetriebes. Neben Malerarbeiten gehören unter anderem auch Fassadensanierung und -dämmung sowie Bodenbeschichtung zum Angebot. In einem Showroom können Kunden Farben und Strukturen auf sich wirken lassen. Und ein Blick ins Büro von Bernd Karde lässt angesichts der vielen Kinderbilder auf die nächste Generation hoffen.

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