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Kiel Neuer Polizei-Chef für Kiel
Kiel Neuer Polizei-Chef für Kiel
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06:00 12.02.2019
Von Bastian Modrow
Foto: Das Archivfoto zeigt den designierten neuen Kieler Polizeichef Jürgen Funk (links) auf einer Pressekonferenz. Rechts der damalige Innenminister Andreas Breitner (SPD).
Das Archivfoto zeigt den designierten neuen Kieler Polizeichef Jürgen Funk (links) auf einer Pressekonferenz. Rechts der damalige Innenminister Andreas Breitner (SPD). Quelle: Orly Schekahn
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Kiel

Funk soll die Nachfolge von Thomas Bauchrowitz antreten, der bereits im Sommer 2018 als neuer Chef ins Landeskriminalamt gewechselt war. Wann Funk seinen neuen Posten antreten wird, ist noch unklar. Offiziell ist das Besetzungsverfahren noch nicht abgeschlossen, verlautet es aus Ministeriumskreisen. Die Entscheidung für den bisherigen Leiter der Polizeidirektion Ratzeburg soll Minister Grote aber selbst getroffen haben, heißt es.

Wechsel auch symbolisch von großer Bedeutung

Der Wechsel von Jürgen Funk auf den Leitungsposten in Kiel ist innerhalb der Landespolizei auch symbolisch von herausragender Bedeutung. Der gebürtige Lübecker war bis Sommer 2016 Leiter der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und für die Bereitschaftspolizei (PD AFB) in Eutin und vor drei Jahren unvermittelt von dem damaligen Innenminister Stefan Studt (SPD) und dem abgelösten Landespolizeidirektor Ralf Höhs versetzt worden. Der Fall schlug damals hohe Wellen: Innerhalb der Landespolizei klagten Führungskräfte, Funk sei ein „Bauernopfer“ für die sogenannte Whatsapp-Affäre, die die Polizeischule bundesweit in Verruf gebracht hatte. 

WhatsApp-Affäre: Keine Vorwürfe an Funk

Im Dezember 2014 hatten Polizeischülerinnen sich Ausbildern offenbart: Sie beklagten sich über frauen- und fremdenfeindliche Sprüche und sexuelle Anzüglichkeiten von drei Mitschülern, unter anderem in Chats bei dem Messenger-Dienst Whatsapp. An die Öffentlichkeit gelangte der Fall erst im Frühjahr 2016 – kurze Zeit später musste Funk gehen, obwohl ihm keinerlei Fehler oder Versäumnisse im Umgang mit der Whatsapp-Affäre vorzuwerfen waren.

Nach der umstrittenen Versetzung Funks fassten mehr und mehr Beamte Mut und berichteten über ein „Klima der Angst“ innerhalb der Landespolizei. Die Kritik gipfelte in der Rocker-Affäre im Mai 2017, die zurzeit in einem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Landtags aufgearbeitet wird. 

Ein "Eigengewächs" der Landespolizei

Die Berufung von Funk zum künftigen Behördenleiter in Kiel bezeichnen nicht wenige als „überfällige Rehabilitation“ eines „hochverdienten Polizeiführers“. Innenminister Grote, der die Personalie dem Vernehmen nach gegen interne „Widerstände“ durchgesetzt hat, bekommt viel Lob für sein Vorhaben. 

Funk ist das, was man als Eigengewächs der Landespolizei bezeichnen kann. 1980 hat er seine Ausbildung an der Fachhochschule in Altenholz begonnen, war später in verschiedenen Funktionen bei der Bereitschaftspolizei tätig. 1989 absolvierte Funk die Ausbildung im höheren Dienst in Hiltrup, war anschließend in Flensburg, Rendsburg und Itzehoe aktiv. Ab 2010 führte er sechs Jahre lang die PD AFB, bevor er die Leitung der Ratzeburger Direktion übernahm. Der 58-Jährige ist verheiratet. Seine Frau Andrea ist Leiterin der Wasserschutzpolizei in Schleswig-Holstein. 

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