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Kiel Jugendtreff im Ex-Touristenbus
Kiel Jugendtreff im Ex-Touristenbus
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07:00 10.09.2018
Von Jürgen Küppers
So könnte der Doppeldecker-Bus aus Berlin nach seinem Umbau einmal aussehen. In Nürnberg gibt es schon so einen mobilen Jugendtreff. Das Projekt war offenbar erfolgreich und soll nun auch in Kiel anlaufen. Quelle: Stadt Kiel
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Kiel

Bislang transportierte der Doppeldecker Touristen an den Sehenswürdigkeiten der Bundeshauptstadt vorbei und soll ab kommendem Winter zunächst schwerpunktmäßig in Pries, dann aber auch im ganzen Stadtgebiet eingesetzt werden.

„Eine komplette Umsteuerung soll das aber nicht bedeuten“, versichert Beate Goffin, Amtsleiterin für Kinder- und Jugendeinrichtungen: „Grundsätzlich braucht Jugendarbeit feste Orte. Dabei soll es im Prinzip auch weiter bleiben“

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Erst müssen Pädagogen einen Bus-Führerschein machen

Doch der speziell umgebaute Bus (Kosten für Ankauf und Umbau: rund 80 000 Euro) stelle nicht nur eine „gute Übergangslösung“ dar, er biete darüber hinaus viele Vorteile, um Jugendliche gezielter zu erreichen.

So soll der Bus nach seinem Umbau täglich an verschiedenen Standorten im Stadtteil Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stehen. Voraussetzung dafür: Drei pädagogische Mitarbeiter müssen noch einmal in die Fahrschule, um einen Spezialführerschein zu erwerben.

Außerhalb der Stadtteiltermine soll der Bus nach Mitteilung von Bildungsdezernentin Renate Treutel aber auch für Mobile Jugendarbeit im gesamten Stadtgebiet genutzt werden. Darüber hinaus komme er bei Projekten wie zum Beispiel der Jungen Bühne, Beatz im Park, der Mädchensportwoche oder der Freibad-Disco zum Einsatz.

Durch die Stadt kutschiert werden Jugendliche nicht

Der rollende Jugendtreff hat aus Sicht der Dezernentin einen entscheidenden Vorteil: „Durch Standortwechsel können wir Jugendliche erreichen, die einen festen Treff sonst nicht besuchen – zum Beispiel, weil er zu weit entfernt vom Wohnort ist.“ Entsprechender Handlungsbedarf zeige sich unter anderem in Elmschenhagen oder Gaarden.

Obwohl der Treff Räder hat, stellt Beate Goffin eines klar: „Der Bus kommt zwar zu den Jugendlichen, aber der fährt sie ganz sicher nicht durch die Stadt.“

Martin Geist 09.09.2018
Frank Behling 09.09.2018
Kristian Blasel 09.09.2018