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Kiel Juli und die geile Zeit
Kiel Juli und die geile Zeit
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00:40 26.06.2014
Von Thomas Richter
Juli auf der Kieler Woche 2014: „Die perfekte Welle“ sorgte umgehend zu einem Euphorie-Schub beim ohnehin gut gelaunten Publikum vor der Hörnbühne. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Ein neues Album soll demnächst erscheinen, kündigt die Sängerin mit der glasklaren, attraktiven, irgendwie herzerwärmenden Stimme während des Konzerts an. Und die bisher also unveröffentlichte Kostprobe „Liebe ist ein Wasserfall“ (die schon heute auf YouTube zu bewundern ist) besaß wieder alle Ingredienzien, die aus einem Popsong einen Juli-Song machen. Ein eingängiger Refrain, eine klare – vielleicht ein wenig zu sehr auf Radio und Hitparade schielende – Songstruktur, Evas großartiges Organ und ein Text, mit dem jeder etwas anfangen kann. Der einzige Vorwurf, den man der Nummer machen kann, ist vielleicht der, zu sehr am Erfolgskonzept früherer Tage zu hängen.

Mögen die Fans entscheiden. Dabei konnte das Quintett, dem neben Eva Briegel noch Jonas Pfetzing (Gitarre), Simon Triebel (Gitarre und Gesang), Andreas "Dedi" Herde (Bass) und Marcel Römer (Schlagzeug) angehören, auf einen durchaus abwechslungsreichen Lieder-Fundus zurückgreifen. Da begeisterte das rockige, mit satten Beats und forschen Gitarren nach vorne getriebene „Süchtig“ oder das ebenfalls dynamisch preschende „Maschinen“. An anderer Stelle verführte ein ganz wunderbar melancholisches  „Irgendwann im November“ (bei dem es auch noch leicht zu tröpfeln begann). Man konnte sich auch einfach dem wohligen Gefühl eines entspannenden aber nicht banalen Popsongs wie etwas „Regen und Meer“ überlassen. So ging es stilistisch eine gute Stunde hin und her und rauf und runter, ohne jemals Zweifel aufkommen zu lassen, dass hier Juli auf der Bühne standen. Bleibt sehr zu hoffen, dass sie diese Vielseitigkeit auch auf die Rillen des neuen Albums übertragen können.

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Aber so breit das Spektrum einer Band auch ist, und dieses Schicksal teilen Juli mit unzähligen Kollegen: Ohne die alten Knaller geht es nicht. Also gab's als erste Zugabe natürlich „Die perfekte Welle“, was umgehend zu einem Euphorie-Schub beim ohnehin gut gelaunten Publikum führte. Aber auf der Kieler Woche gemeinsam diese Hymne zu singen, das hat man ja nun auch wirklich nicht alle Tage. Und somit hatten alle an der Hörnbühne mal wieder eine „Geile Zeit“ und die Festwoche einen weiteren Höhepunkt.