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Kiel Messerstecher psychisch krank?
Kiel Messerstecher psychisch krank?
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19:00 03.07.2018
Von Thomas Geyer
Wegen Totschlags muss sich seit Dienstag ein junger Mann aus Syrien vor dem Kieler Landgericht verantworten. Quelle: Angelika Warmuth
Kiel

Dort ist der in Damaskus geborene Angeklagte, der in Mettenhof bei seiner Mutter wohnte, seit seiner Festnahme wenige Stunden nach der Tat vom 17. Januar 2018 vorläufig untergebracht. Nach bisherigen Erkenntnissen leidet der staatenlose Heranwachsende unter einer paranoiden Schizophrenie. Danach wäre nicht auszuschließen, dass seine Einsichtsfähigkeit zur Tatzeit erheblich eingeschränkt war.

Laut Vorwurf der Kieler Staatsanwaltschaft war der Angeklagte mit einem Edelstahlmesser mit neun Zentimeter langer Klinge bewaffnet, als er sich gegen 20 Uhr am Bergenring auf einem Spielplatz in der Nähe der Wohnung des ebenfalls aus Syrien stammenden Opfers auf die Lauer legte. Als der 41-jährige Familienvater gegen 22 Uhr schließlich das Haus verließ, um sich auf den Weg zur Arbeit als Reinigungskraft zu machen, folgte der Angeklagte ihm unbemerkt.

Bald wurde der Familienvater durch Geräusche auf den Verfolger aufmerksam, versuchte ihn wegzuschubsen und zu flüchten. Auf Höhe des Bergenrings 28 brachte der Angreifer ihn zu Fall und stach 17-mal auf ihn ein, so der Vorwurf. Acht Stiche trafen demnach den Oberkörper, zwei weitere Stiche und ein Schnitt verletzten Kopf und Gesicht schwer. Erst als ein Augenzeuge den Täter anschrie, er solle aufhören, ließ dieser von dem Opfer ab.

Die Tat ereignete sich unweit der nachts verlassenen Polizeistation am Skandinaviendamm/Ecke Bergenring. Passanten fanden den Schwerverletzten und alarmierten die Rettungskräfte. Trotz einer sofortigen Notoperation erlag das Opfer am Morgen gegen 5.30 Uhr den Folgen eines Verblutungsschocks, so die Anklage weiter.

Gegen 10 Uhr wurde der mutmaßliche Messerstecher in der Wohnung seiner Familie unweit des Tatorts festgenommen. Mit dem Getöteten soll der Heranwachsende schon über eine längere Zeit einen Streit geführt haben. Worum es dabei ging, wurde bisher nicht genannt. „Die beiden kannten sich“, teilte die Staatsanwaltschaft damals mit, seien aber nicht verwandt.

An dem voraussichtlich zehntägigen Prozess nehmen die Witwe, drei Kinder und ein Bruder des Opfers als Nebenkläger teil. Ein Jugendpsychiater soll den Angeklagten begutachten. Dabei geht es sowohl um Fragen der Schuldfähigkeit als auch der Anwendung von Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht. Kommt der Heranwachsende in seiner Entwicklung noch einem Jugendlichen gleich, beträgt die Höchststrafe zehn Jahre.

Der Prozess wird am 20. Juli fortgesetzt.

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