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Kiel Wunderwerke mit Zuckerguss
Kiel Wunderwerke mit Zuckerguss
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07:00 04.12.2016
Von Kristiane Backheuer
In den kleinen Töpfchen vor den Tauben sind sogar echte Linsen: Ilona Dieckmann erzählt ihrem Enkel Cody (3) von „Aschenputtel“. Die Geschichte ist in diesem Jahr das Weihnachtsmärchen im Kieler Opernhaus. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Vorstadt

Und eines ist schöner als das andere. Aber ein bisschen Zeit sollte man mitbringen, denn es gibt Hunderte von kleinen, liebevollen Details zu bestaunen. Minikleine Tauben aus Marzipan auf einer dünnen Lakritz-Stromleitung, braune Salzstangen-Zäune, quietschbunte Aschenputtel-Schuhe. Sogar die THW-Handballer sind dabei – als Gummibärchen vor prachtvoller Zucker-Kulisse. Kein Wunder, dass sich oft Menschentrauben vor den Schaufenstern sammeln und munter über das schönste Bauwerk fachsimpeln.

 Gerade drückt sich der dreijährige Cody an einem der Fenster die Nase platt. „Wem gehört der Schuh?“, fragt er seine Oma Ilona Dieckmann (63) und zeigt auf eine gigantische Keks-Treppe. Mitten auf dem Zuckerwerk prangt ein großer glitzernder Damenschuh. Ilona Dieckmann erzählt ihrem Enkel gleich die Kurzversion von „Aschenputtel“. Cody staunt. Am liebsten würde er sofort durch die Scheibe greifen und probieren. Stolz erzählt er von seinem ersten eigenen Knusperhäuschen. „Das haben wir im Kindergarten gemacht. Aus Butterkeks“, sagt er und fügt etwas leiser hinzu: „Ist aber schon alles aufgegessen.“ Sein Blick ist inzwischen auf einem braunen Hexenhaus mit wunderschönem Mandeldach gelandet. Die kleine Eingangstür steht offen. „Sieht man schon die Hexe?“, fragt seine Oma. Cody macht große Augen und quetscht sich noch dichter an die Scheibe. Aber noch ist nichts zu sehen.

Schon viele Hexenhäuschen gebastelt

 Die beiden Schwestern Anita Kopsicker (57) und Monika Göttsch (56) kommen singend vorbeigeschlendert. „Hat Augen von Korinthen und Mandeln drum und dran. Wie schön ihn alle finden – den Pfefferkuchenmann“, summen sie. „Bei den Knusperhäuschen müssen wir immer an das Lied von Frans Bauer denken“, erzählen die Kielerinnen lachend. „Das haben wir früher rauf und runter gehört.“ Selbstverständlich haben auch sie schon unzählige Hexenhäuschen in ihrem Leben gebastelt. Erst als Kind, später mit den eigenen Kindern. „Aber für das KN-Schaufenster hat es nie gereicht.“

Hier sehen Sie Bilder vom KN-Knusperhäuschen-Wettbewerb 2016

 „Guckt mal hier“, ruft Annegret Polac (65) ein Fenster weiter und winkt Eheann Joachim (75) und Enkelin Fee Fritsch (17) herbei. Begeistert zeigt sie auf ein ganze Häuschenlandschaft aus braunem Lebkuchen. Schon beim Anblick riecht man förmlich die köstlichen Baumaterialien. „Ist das süß!“ Eine Horde gut gelaunter Jugendlicher kommt vorbei. „Wo ist denn hier das Zwiebel-Mett-Haus?“, ruft einer lachend. Wenig später sind sie auch schon Richtung Weihnachtsmarkt verschwunden.

Knusper, knusper, knäuschen

 Auch Ilona Dieckmann hat äußerst gute Laune und flüstert ihrem Enkel Cody „Knusper, knusper, knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?“ ins Ohr. „Leider haben wir es zu Hause noch nicht geschafft, mit Cody ein eigenes Haus zu basteln“, erzählt sie. Schnell landen ihre Gedanken in der eigenen Kindheit. „Mit meiner Mutter hab’ ich als kleines Mädchen jedes Jahr ein Pfefferkuchenhaus gebastelt. Aus Zwieback, Spekulatius, Zuckerguss und bunten Streuseln.“ Erst nach Weihnachten durfte es geplündert werden. „Das gemeinsame Backen und Basteln ist eine wichtige Erfahrung für Kinder“, sagt die Projensdorferin. „Das dient der Familienzusammenführung. Es vermittelt Geborgenheit, gemeinsam in der Küche zu stehen.“ Leise summt sie: „Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald. Es war so finster und auch so bitter kalt. Sie kamen an ein Häuschen von Pfefferkuchen fein. Wer mag der Herr wohl von diesem Häuschen sein?“

 Am 23. Dezember wird übrigens während einer „Aschenputtel“-Vorstellung im Opernhaus das schönste Häuschen prämiert. Entscheiden dürfen alle jungen Bäcker, die teilgenommen haben. Bis dahin kann vor den Schaufenstern noch munter weiter über das schönste Werk diskutiert werden.

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