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Kiel Känguru wird zur Wasserratte
Kiel Känguru wird zur Wasserratte
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09:03 24.06.2013
Von Imke Schröder
Juhu, es klappt und macht mordsmäßigen Spaß: KN-Reporterin Imke Schröder genießt sichtlich erfreut ihren sportlichen Triumph. Quelle: Thomas Eisenrätzer
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Kiel

Wakeboarden funktioniert ähnlich wie Wasserski, man wird durch einen elektrischen Lift mit fast 30 Stundenkilometern übers Wasser gezogen und steht dabei fest auf einem Brett wie beim Snowboarden.

 Doch bevor es losgehen kann, kommt die erste Hürde bereits auf dem Trockenen auf mich zu: Der Neoprenanzug sträubt sich beim Anziehen aufs Äußerste. Durch Hüpfen und Ziehen bin ich bis zur Hälfte drin, da kommt ein hilfreicher Hinweis: „Der Reißverschluss muss nach hinten.“ Ach klar, war nur ein kleiner Test, ob ihr das auch merkt, murmele ich vor mich hin und zerre mich in den Anzug. Wakeboarder Hendrik „Monty“ Manthey (26) sucht mir ein Board raus und erklärt die ersten Schritte: „In die Hocke gehen, dann versuchst du dich aufzurichten. Dabei die Hände ganz nah an die Hüfte. Das klappt schon.“

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 Wärmende Worte, die angesichts des immer kühler werdenden Wetters gerne angenommen werden. Ich klettere in die Boots, die fest auf dem Wakeboard verschraubt sind. Wie bewegt man sich aber so zum Startpunkt? „Durch Hüpfen natürlich“, sagt „Monty“. Natürlich. Wie ein rheumatisches Känguru hüpfe ich vorwärts und treffe auf Markus, den Mann der Stunde.

 „Ich bediene den Lift“, sagt er locker und zeigt lässig die Fernbedienung, mit der er Start und Untergang der Teilnehmer steuern kann. „Das packst du schon.“ Optimistisch sind die Jungs vom Veranstalter Brandguides aus Hamburg, das muss man ihnen lassen.

 Dann geht es los, mit einem Hops schlägt das Wasser des Bootshafens über mir zusammen, Wasser, in das ich sonst niemals freiwillig nur einen Zeh stecken würde. Jetzt schwimm’ ich mittendrin, neben mir schwappen fröhlich ein paar Pappbecher. Knie angewinkelt und los geht’s: Fast professionell komme ich mir vor, bis ich in der Mitte des Beckens einen prächtigen Bauchklatscher hinlege. Und dabei literweise vom köstlichen Nass verschlucke. Lecker.

 Einige Fahrten und Stürze später klettere ich mit zitternden Armen aus dem Wasser. „Ganz ordentlich“, meint Markus, „probier’ es einmal einhändig, da bekommt man gleich so einen lockeren Stand.“ Humor hat der gute Markus, sehr schön.

 Ich bleibe bei der beidhändigen Variante. Mein sportlicher Ehrgeiz ist gepackt: Ich schaffe Hin- und Rückweg der 77 Meter langenStrecke. Stolz verlasse ich das Wasser. Wenn Sie also während der nächsten Tage eine Frau mit wunderbar trainierten Oberarmen sehen: Das bin ich – nach dem schlimmsten Muskelkater meines Lebens.