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Kiel Miron (6) will in Kiel zur Schule gehen – und benötigt noch einen Ranzen
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KN hilft: Wie Sie Kindern aus der Ukraine beim Schulstart in Kiel helfen können

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08:00 23.04.2022
Von Dennis Betzholz
Das ukrainische Wort für Schule hat Mirons Mutter Alexandra Nedelko auf einen Block geschrieben. Für die Erstausstattung zum Schulstart braucht es allerdings noch deutlich mehr Equipment.
Das ukrainische Wort für Schule hat Mirons Mutter Alexandra Nedelko auf einen Block geschrieben. Für die Erstausstattung zum Schulstart braucht es allerdings noch deutlich mehr Equipment. Quelle: Frank Peter
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Es war ja alles gut, gar perfekt an diesem 23. Februar dieses Jahres: Alexandra Nedelko und ihr Mann geben sich in ihrer ukrainischen Heimat Odessa das Ja-Wort, erleben mit ihrem Sohn Miron einen der schönsten Tage ihres Lebens. Doch die Hochzeitsnacht endet durch die nahe Explosion einer Bombe, der Krieg hat begonnen – nichts ist seitdem mehr gut.

Alexandra und ihr Sohn flüchteten, mit Halt in Rumänien, Ungarn, Österreich, und nun, seit knapp drei Wochen, in Kiel. In einer Welt, in der noch immer alles gut wäre, würde der sechsjährige Miron im September in Odessa eingeschult werden. Natürlich hat er sich darauf gefreut, schon die Vorschulklasse, die er in der Ukraine besucht hat, habe ihm viel Spaß bereitet, sagt Mutter Alexandra – und lächelt: „Vor allem Mathe und die Mädchen haben ihm gefallen.“

Verein „KN hilft“ ruft zu Spenden für Erstausstattung von geflüchteten Schulkindern in Kiel auf

Jetzt aber kommt alles anders: Miron, ein Junge mit ansteckendem Lächeln, geht nach den Sommerferien in Kiel zur Schule. „Ich warte sehnsüchtig auf den Moment, dass es losgeht und er diese Möglichkeit erhält“, sagt Alexandra. Sie meint die Möglichkeit, Deutsch und Englisch zu lernen, um sich im Gastgeberland besser zurechtzufinden, aber auch die Chance, einen strukturierten Alltag zu haben, andere Kinder zu treffen und endlich mehrere Stunden täglich dieses Zimmer in der Gemeinschaftsunterkunft Arkonastraße zu verlassen, in dem fast den ganzen Tag die Nachrichten laufen, die von Krieg und Zerstörung in der Heimat erzählen.

Mit diesem Wunsch sind Miron und seine Mutter nicht allein: 170 schulpflichtige Kinder leben derzeit in der Unterkunft. Und sie alle eint ein Problem: Es fehlt ihnen das Geld, um die nötige Erstausstattung zum Schulstart zu kaufen. Ein Schulranzen, Bücher, Hefte, Stifte, eine Brotdose und so vieles mehr kostet etwa 330 Euro pro Kind. Zu viel für die Geflüchteten, die ohne Habseligkeiten die Flucht ergriffen.

„Der Hartz-IV-Satz ist nicht hoch genug“, sagt Anne Schmidt-Hollenberg von der Gemeinschaftsunterkunft Arkonastraße, die unter der Leitung der Diakonie Altholstein steht. Der Verein „KN hilft“, der gemeinnützige Hilfsverein der Kieler Nachrichten, sammelt nun Spenden, um gemeinsam mit der Stadt Kiel die Kinder für ihren Schulbeginn auszustatten (Details siehe Info-Box).

Und dann sagt Mama Alexandra: „Es geht um Mirons Zukunft“

Mirons Mama war in der Ukraine selbst Lehrerin für Ukrainisch und Englisch. Sie weiß, wie wichtig eine Schulausbildung ist. Die Einschulung hinauszuzögern, kommt für sie nicht infrage: „Wir wissen ja nicht, ob der Krieg Monate, ein Jahr oder länger dauert. Wir wollen starten. Es geht um Mirons Zukunft.“

So können Sie spenden

Der Verein „KN hilft“ unterstützt seit sechs Jahren Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen in Not geraten sind – diesmal soll geflüchteten Familien bei der Einschulung ihrer Kinder finanziell geholfen werden. Vom Lernheft über ein Radiergummi und Stifte bis hin zum Schulranzen selbst werden für jede Schülerin und jeden Schüler ungefähr 330 Euro benötigt. Das Spendenkonto von „KN hilft e.V.“ bei der Förde Sparkasse lautet DE05 2105 0170 1400 2620 00. Bitte geben Sie auch das Stichwort „Schulranzen“ als Verwendungszweck an.

Miron selbst ist ein höflicher Junge, der viel lächelt – trotz allem. Der aber auch ab und an in der neuen Heimat überfordert ist, weil er die Sprache nicht versteht: „Er versucht, immer das Beste zu tun. Neulich aber fragte er: Was kann ich tun? Ich verstehe die Sprache nicht.“ Mama Alexandra beruhigte ihn: Er solle Geduld haben, das werde bald besser.

Damit es überhaupt besser werden konnte, blieb den beiden nur die Flucht. Kurz zuvor, zwischen zwei Bombardements, nahm sie Miron fest in den Arm, als könne sie ihn allein mit ihrem Körper vor den Einschlägen beschützen. „Er fragte mich dann: ,Mama, werden wir sterben?’ Da entschied ich, zu rennen und nicht darauf zu warten, bis der Konflikt politisch gelöst ist“, erzählt Alexandra.

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Am heutigen Sonnabend wird Alexandra 38 Jahre alt. Ihr Mann wird nicht dabei sein. Er musste in Odessa bleiben, „er verteidigt unser Land, dabei ist er kein Soldat“, erzählt sie. Er wird ihren Geburtstag verpassen – und vielleicht auch die Einschulung seines Sohnes im fernen Kiel.

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