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Kiel Frostige Nächte: Wie man Obdachlosen in Kiel helfen kann
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Kälte in Kiel: Wie man Obdachlosen in Kiel helfen kann

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13:09 21.12.2021
Von Kerstin Tietgen
Obdachlose haben es im Winter besonders schwer. Durch die Coronakrise fehlen ihn nun Orte zum Aufwärmen.
Obdachlose haben es im Winter besonders schwer. Durch die Coronakrise fehlen ihn nun Orte zum Aufwärmen. Quelle: Annette Riedl/dpa (Archivbild)
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Wichtig ist: Wenn sich eine Person in augenscheinlicher gesundheitlicher Gefahr befindet, also nicht ansprechbar ist, sollte sofort der Notruf gewählt werden. Die Sanitäter entscheiden dann, wie der Person weitergeholfen werden kann.

Selbst wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass ein medizinischer Einsatz nicht notwendig ist, müssen keinesfalls Kosten übernommen werden. Wer in einem offensichtlichen Notfall untätig bleibt, macht sich der unterlassenen Hilfeleistung strafbar.

Wer sich nicht traut, Obdachlose anzusprechen oder nicht weiß, was zu tun ist, kann andere Passanten um Hilfe bitten. Lehnt ein Mensch die angebotene Hilfe allerdings ab, sollte dies akzeptiert werden.

Welche Einrichtungen gibt es für wohnungslose Menschen in Kiel?

Etwa 30 bis 40 Menschen sind in Kiel obdachlos, schätzt der Leiter des Amtes für Wohnen, Martin Reinhart.

Bis zu 16 Personen können zumindest über Nacht Schutz und Wärme in den Wohncontainern am Sozialministerium bekommen. Sie werden ab 17.30 Uhr geöffnet, um 9.30 Uhr am nächsten Morgen müssen sie wieder verlassen werden. Außerdem müssen sich die betroffenen Personen vormittags bei der Zentralen Beratungsstelle für Männer (ZBS) beziehungsweise der Frauenberatungsstelle (FBS) angemeldet haben.

Neben den Containern bietet auch das Bodelschwingh-Haus in der Johann-Meyer-Straße 13 Notunterkünfte an, allerdings nur für mittellose alleinstehende Männer. Dort gibt es 56 Betten. Außerdem gibt es eine Frauenunterkunft.

Gibt es in Kiel auch einen Kältebus?

Ja, seit Februar 2021. Die Ehrenamtlichen sind jeweils freitags bis sonntags von 17 bis 22 Uhr unterwegs, um warmes Essen zu verteilen. Wer weiß, wo sich Obdachlose aufhalten, kann sich beim Kältebus Malteser Kiel unter Tel. 0170 14 09 210 melden. Interessierte neue Ehrenamtliche oder Unternehmen, die Spenden möchten, wenden sich an die Projektleiterin Henriette Hirnstein: henriette.hirnstein@malteser.org. Wer als Einzelperson mit Geldspenden helfen möchte, kann dies über dieses Spendenkonto: Pax-Bank eG Malteser Hilfsdienst e.V. Kiel, IBAN DE94370601201201224108.

Am Freitag, 10. Dezember können Schlafsäcke, Isomatten, Decken (keine Bettdecken!), Lebensmittel in Konserven und Thermobecher zwischen 15 und 20 Uhr im Jägersberg 7-9 (Malteser Dienststelle) abgegeben werden.  

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Wie kann ich Obdachlosen in Kiel im Alltag helfen?

Es muss aber nicht immer gleich ein Notfall sein. Wer Obdachlosen im Alltag helfen will, kann sich respektvoll an sie wenden und fragen, wie Ihnen geholfen werden kann.

Wer ausrangierte Schlafsäcke, Decken oder Hygieneprodukte hat, kann diese direkt spenden, oder an eine Einrichtung geben.

Ich will Obdachlose in Kiel unterstützen: Wer nimmt neben dem Kältebus Spenden an?

Neben Geldspenden für die Nothilfeprogramme helfen je nach Einrichtung auch Kleiderspenden und Sachspenden.

In vielen Städten gibt es Spendenannahmestellen für Menschen auf der Straße. In Kiel kann man zum Beispiel an Hempels oder die Diakonie spenden. Auch die Stadtmission nimmt Spenden an.

Welchen Hilfen können Wohnungslose in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich haben wohnungslose Menschen die gleichen Leistungsansprüche wie alle Bürger. Sie können Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch beziehen. Zu den Leistungen zählen unter anderem persönliche Betreuung, Beratung, Hilfen bei der Beschaffung und dem Erhalt einer Wohnung, Unterstützung beim Einstieg ins Arbeitsleben oder bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Obdachlose haben somit grundsätzlich einen Anspruch auf Unterbringung. Zur Bereitstellung einer ganztägigen Unterbringung sind in der Regel die Kommunen verpflichtet.

Von Kerstin Tietgen und Karina Dreyer

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