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Kiel Kai Pflaume ging über Bord
Kiel Kai Pflaume ging über Bord
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00:18 29.06.2013
Von Jürgen Küppers
Ganz entspannt gab sich TV-Moderator Kai Pflaume vor der Promi-Regatta, die weit stürmischer verlief als erwartet. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Wer das Malheur verursachte, mag Kai Pflaume nicht so genau sagen („...das bleibt unser Geheimnis“) und stärkt sich nach dem Rennen erst mal mit Currywurst. Im Team habe es ein paar Abstimmungsprobleme gegeben. Und bei so vielen roten Leinen an Bord, „wusste man gar nicht so richtig, an welcher man ziehen soll, als es der Skipper verlangte“. Im vergangenen Jahr war der passionierte Fußballer und gelegentliche Jogger zwar schon mal zum Promi-Mitsegeln von Audi eingeladen. Aber die B/one-Jachten seien erheblich schneller und anspruchsvoller zu segeln als die im Vorjahr. Trotz allem habe es Spaß gemacht.

Nicht unterkriegen lässt sich der gebürtige Hallenser auch im Job – allen Etiketten aus der Klischeekiste zum Trotz, die ihm Kritiker umhängten. Schwiegermutter-Tröster, Fließband-Quizproduzent, Show-Aal haben sie ihn genannt. „Alles Vorurteile“, sagt er. „Quizshows machen vielleicht 15 Prozent meiner Arbeit aus, mehr nicht.“ Berühmt wurde er in den 90er-Jahren mit der Show „Nur die Liebe zählt“, die im März 2011 auslief , so wie 2012 die Freitags-Vorabendshow „Drei bei Kai“ aufgrund eher mauer Einschaltquoten. Mal moderierte er „Die Glücksspirale“ oder „Träume werden wahr“. Doch der Wechsel zur ARD 2011 bot Kai Pflaume die Möglichkeit, jenseits des Klischees eines charmanten Show-Plauderers im edlen Zwirn eine ganz neue bodenständige Seite – und Stärke – von sich zu zeigen.

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Vier Jahre musste er warten, bis die Idee eines ungewöhnlichen Fernsehformats endlich umgesetzt wurde. „Zeig mir deine Welt“ heißt die in der vergangenen Woche gezeigte vierteilige Serie, in der Kai Pflaume Menschen mit Down-Syndrom begleitet, sie befragt und ihnen dabei sehr nahe kommen darf. Viel Lob gab es plötzlich dafür von den Kritikern – für die einfühlsame Annäherung an die Downies und seine ungekünstelte Art, mit ihnen umzugehen.

Ein bisschen Stolz steht dem immer noch jungenhaft wirkenden Wahl-Münchener immer noch im Gesicht. „Genau das verstehe ich unter guter Unterhaltung: Echte Menschen in echten Situationen mit echten Emotionen zu zeigen – und sie nicht vorzuführen.“

Trotz des Erfolges bleibt Kai Pflaume vorerst bei Altbewährtem. Ab 6. Juli startet im dritten Programm des NDR die Wiederbelebung des Show-Dinos „Dalli Dalli“ mit einer neuen Staffel.Ab Herbst gehe es auch weiter mit der Show „Klein gegen Groß“.