Kanalfähre Adler 1 hat mehr Platz für Fahrräder auf dem Kanal
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Kiel Kanalfähre mit mehr Platz für Radfahrer
Kiel

Kanalfähre Adler 1 hat mehr Platz für Fahrräder auf dem Kanal

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09:13 17.11.2020
Von Frank Behling
Die "Adler 1" hat jetzt Platz für mehr Fahrräder und auch Lastenräder.
Die "Adler 1" hat jetzt Platz für mehr Fahrräder und auch Lastenräder. Quelle: Frank Behling
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Kiel

Die 14 Meter lange und fünf Meter breite Fähre schippert wieder im 15-Minuten-Takt über den Kanal. KN-online war bei einer der ersten Fahrten an Bord. Das Platzangebot für Radfahrer wurde deutlich vergrößert.

„Wir haben diesmal eine Menge gemacht“, sagt Sven Paulsen. Der Reeder war für die ersten Fahrten persönlich von Sylt nach Kiel gekommen.

Tatsächlich erwartet die Fahrgäste jetzt ein ganz neues Raumangebot. Die Kombüse wurde ausgebaut und der Fahrgastraum umgestaltet.

Die Zahl der Sitzplätze wurde von knapp 30 auf zehn reduziert, die alte Holz-Flügeltür flog von Bord, und der Übergang vom Fahrraddeck zum Innenraum ist jetzt offen.

„Ich finde das sehr gelungen. Es ist schön, dass jetzt für die Radfahrer mehr Platz an Bord ist“, sagt Julia Conrad. Die Lehrerin pendelt mit dem Fahrrad morgens nach Holtenau und mittags zurück in die Wik.

Passagiere sind zufrieden

Seit dem Beginn der Werftzeit am 5. Oktober hatte auch sie die Hochbrücke nehmen müssen. „Da auch die eine Brücke für Radfahrer gesperrt ist, ist es da oben jetzt sehr eng. Deshalb freue ich mich, dass die ,Adler’ wieder fährt“, so die Lehrerin.

„Die Fähre ist einfach sehr wichtig“, sagt auch Ralph Großmann, der in Holtenau wohnt und an der Uni arbeitet. Der Bedarf nach mehr Plätzen für Radfahrer war schon absehbar. „Es gab schon sehr oft lange Schlangen hier am Anleger“, so Großmann.

Fähre beliebter als die Brücken

Die Fahrradfahrer sind zu den Stoßzeiten der größte Anteil der Passagiere. „Die Fähre ist einfach optimal. Die Brücke ist nur eine Notlösung. Der Weg dort ist dunkel, eng und wenig angenehm. Die Fähre ist auch in Corona-Zeiten für mich optimal“, sagt Jennifer Stockmann, die zwischen Holtenau und dem Uni-Klinikum pendelt.

Bei der Neugestaltung des Decks der 1984 in Dienst gestellten „Adler 1“ habe es wegen der geringen Größe nicht so viele Möglichkeiten gegeben, sagt Reeder Paulsen. „Wir haben dabei besonders die Lastenräder und die größeren Räder im Blick gehabt. Mit diesem Umbau haben wir aber eine gute Lösung für alle gefunden“, so Paulsen.

Fahrräder dürfen auch in den Fahrgastraum

Im Fahrgastraum wurde auch ein Handlauf installiert. An ihm können sich Fahrgäste bei der Überfahrt festhalten oder ihre Fahrräder anschließen. Die klassischen Fahrräder können weiterhin in den Halterungen auf dem Außendeck abgestellt werden.

Beim Bau der Fähre 1984 auf der Husumer Schiffswerft galt noch eine strikte Trennung. Fahrräder mussten nach links zum Heck, Fußgänger nach rechts zum Bug. Der alte Aufkleber mit Aufschrift „Keine Fahrräder im Fahrgastraum“ wurde übermalt. Nur wer genau hinschaut, kann die Buchstaben noch lesen.

Wie es mit der Fähre ab 2023 weitergeht, hängt jetzt von der Stadt Kiel ab. Der aktuell gültige Planfeststellungsbeschluss schreibt die exakte Größe und Kapazität der Fähre vor. Derzeit sind maximal 49 Passagiere erlaubt.

Betreiber der Fährlinie ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau, das den Fährdienst immer für fünf Jahre ausschreibt. Seit 1983 hat die Reederei von Sven Paulsen den Zuschlag dafür bekommen.

Wenn es eine größere und auch modernere Fähre geben soll, muss die Stadt diesen Bedarf zeitnah definieren, damit die Ausschreibung für den Zeitraum von 2023 bis 2028 angepasst werden kann. Viel Zeit ist nicht mehr, denn Planung und Neubau einer Fähre nehmen bis zu zwei Jahre in Anspruch.

Die kleine Fähre "Adler 1" pendelt nach dem Umbau wieder zwischen der Wik und Holtenau. An Bord ist jetzt mehr Platz für Fahrräder.
Kristiane Backheuer 17.11.2020
Michael Kluth 17.11.2020
Michael Kluth 16.11.2020