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Kiel Kieler Delfin bekommt ein Denkmal aus Stoff
Kiel Kieler Delfin bekommt ein Denkmal aus Stoff
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07:07 20.10.2016
Von Kristiane Backheuer
In etwa vier Wochen wird es die Hoodies mit Logo zu kaufen geben. Quelle: Kiel Marketing
Kiel

Kiel. Wer glaubt, um den Delfin Fiete ist es etwas ruhig geworden, der irrt. Das Tier bleibt Kiel treu. Nachdem Fiete am Montag vor Schilksee gesichtet wurde, schwamm er am Dienstag und Mittwoch mit der Schwentinefähre um die Wette und tauchte wenig später vor Laboe auf. „Wir haben zwar immer weniger Berichte und Sichtungen“, sagt der Meeresbiologe Prof. Boris Culik. „Das heißt aber nicht, dass er weg ist. Es gucken nur weniger. Es sind einfach weniger Boote draußen, es ist grau und die Menschen machen es sich lieber zu Hause gemütlich.“ Damit Fiete nicht vergessen wird, will Kiel-Marketing jetzt ein Kapuzenpulli mit dem Delfin im Logo herausbringen.

 „Der Delfin ist ein wahrer Glücksfall für Kiel“, sagt Uwe Wanger, Kiel-Marketing-Chef. „Unser Fördegast hat in diesem Sommer bundesweit für positive Aufmerksamkeit und für Sympathie für unsere Stadt gesorgt.“ Wanger und sein Team hoffen, dass er ein Dauergast bleibt. „Und vielleicht kommen auch noch mehr. Dann könnten wir Delfin-Watching-Touren anbieten“, fügt Wanger schmunzelnd hinzu. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Ganz konkret plant Kiel-Marketing dagegen ein Kapuzenshirt mit der Skyline von Kiel und einem Delfin. „In etwa vier Wochen wird es die Hoodies zu kaufen geben.“

 Bisher spricht nichts dagegen, dass Fiete noch eine Weile bei uns bleibt. „Temperaturmäßig hat er auch im Winter hier keine Probleme. Solange er reichlich Nahrung findet und sich eine Speckschicht anfressen kann, ist alles gut“, erläutert Boris Culik. Nur wenn die Kieler Förde zufrieren würde, müsste er in Richtung Norden ziehen. Noch gut kann sich Culik an die Jahre erinnern, als eine Eisschicht die Förde bedeckte: „Das war 1985/86. Da bin ich gerade aus der Antarktis gekommen und hier sah es genauso aus. Dann 1995/96 und 1999. So selten ist das gar nicht.“ Aber das Eis komme immer langsam. Von Osten über Finnland und Schweden breite es sich erst nach Mecklenburg-Vorpommern, Fehmarn und schließlich bis in die Kieler Bucht aus. „Die Dänische See bleibt eigentlich immer eisfrei, da kann unser Delfin weiter nach Norden ziehen.“

 Fiete ist gerne mit Schiffen unterwegs, hat Culik festgestellt. Auf diesem Weg könne er die Kieler Förde auch leicht verlassen. „Am Mittwochnachmittag schwamm der Delfin im Kielwasser der Segeljacht ,A’ an Möltenort vorbei in Richtung Laboe. Direkt dahinter kam die Color Line.“ Mit der Color- oder der Stena-Fähre hätte der Bursche zweimal am Tag Gelegenheit, in der Bugwelle kostenlos mitzusurfen und das Kattegat zu erreichen. „Denn das Surfen in der Welle kostet, dank der Schwerkraft, kaum mehr Energie als das Ausruhen.“ Derzeit scheint Fiete die Ostsee vor Kiel aber noch zu gefallen.

 Auf einer Sichtungskarte des Meeresmuseums Stralsund (www.deutsches-meeresmuseum.de) kann jeder verfolgen, welche Tiere in der Ostsee gesichtet werden. Jede Walart wird verzeichnet. „Schon Ende März war ein Delfinpaar vor Friedrichsort“, sagt Martin Jabbusch, Mitarbeiter im Schweinswalprojekt. „Zurzeit sollen sie in Dänemark sein. Dahin wird sich der Kieler Delfin vermutlich irgendwann auch wieder verdrücken.“

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