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Kiel Kein Strom, keine Heizung, kein Spaß
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20:30 22.02.2012
Ursache des Stromausfalls: Diese Muffe am 10kV-Kabel im Russeer Weg hatte sich nach einem Kurzschluss wegdefundiert und damit halb Mettenhof verdunkelt. Quelle: FB
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Kiel

Für Tausende Stromkunden begann der Mittwoch mit einer unangenehmen Überraschung. Um 7.45 Uhr gab das Umspannwerk Mettenhof eine Fehlermeldung. Kurz darauf hatten 1600 Haushalte in Mettenhof und Hasseldieksdamm, sowie 1900 in Melsdorf und Quarnbek keinen Strom mehr. Nachdem die ersten Techniker des Störungsdienstes in Mettenhof eingetroffen waren, konnten sie die 1900 Umland-Haushalte nach 30 Minuten wieder ans Netz bringen. Für die 1600 Haushalte in Mettenhof und Hasseldieksdamm gab es dagegen keine schnelle Lösung. Da die Leitungen gleich an mehreren Stellen defekt waren, mussten Bagger ran. Im Russeer Weg wurden zwei Muffen einer 10kV-Leitung freigelegt. „So einen Fall habe ich noch nicht erlebt“, sagt Stadtwerkesprecher Wolfgang Podolske.

 Während einige Anwohner das Schauspiel der Reparatur an den Gehwegen verfolgten, versuchten die Geschäftsleute, halbwegs die Kunden zu bedienen. „Nichts geht mehr“, sagt Gudrun Blumtritt vom Kiosk am Hofholzplatz. Für die Lotto-Maschine und die Paketerfassung ist Strom notwendig. Die elektronische Kasse musste durch Bleistift und Zettel ersetzt werden. „Wenn der Strom wieder da ist, muss ich das natürlich alles nachträglich von Hand eingeben“, schimpfte Blumtritt. Nebenan in der Hofholz-Apotheke stehen Peter-Michael Schütt und Mitarbeiterin Claudia Zimmer dick eingepackt hinterm Tresen. „Die Heizung geht auch nicht“, sagt Schütt knapp. Und noch mehr: Die Kühlung für wichtige Medikamente wie beispielsweise Insulin oder Impfstoffe fiel auch aus. „Die müssen weggeschmissen werden. Das sind enorme Schäden“, sagt Schütt.

 Und Telefon? Menschen mit einem alten analogen Telefonanschluss hatten Glück. „Das funktioniert in solchen Fällen noch“, sagt Podolske. So wie im Salon Cut & Cash. Kunde Marcel Schwantes nimmt es gelassen. „Geht doch“, sagt er, während Tina Pehrsson ihm die Haare schneidet. „Nur Dauerwellen gehen natürlich nicht und aufs Fönen mussten wir auch verzichten“, sagt Pehrsson. Betroffen waren auch das Hotel Birke und das AWO Servicehaus „Am Wohld“. Dort saßen die Senioren den Tag über ohne Heizung und Licht in der Kälte. Erst um 16.45 Uhr war der Strom wieder da.