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Kiel Großprojekt mit 440 Wohnungen
Kiel Großprojekt mit 440 Wohnungen
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06:00 11.05.2019
Von Steffen Müller
Noch klaffen an der Hörn Lücken, doch Ende 2021 sollen die drei Gebäudekomplexe fertig sein. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Der Weg zu dem Mammut-Projekt war lang und ungewöhnlich, und noch ist er nicht zu Ende gegangen. Mit einer Fertigstellung wird Ende 2021 gerechnet. Neun regionale Unternehmen und Investoren hatten sich vor rund vier Jahren zur Projektgemeinschaft Hörnbebauung zusammengeschlossen, es wurden in Absprache mit der Stadt eine Machbarkeitsstudie erstellt und in einem Workshop-Verfahren fünf Architekturbüros ausgewählt. So soll sichergestellt werden, dass sich die drei Gebäude, die entlang des Willy-Brandt-Ufers entstehen, in ihrer Gestaltung unterscheiden.

Mehrere Architekten für mehr Urbanität

Konzipiert hat das Workshop-Verfahren der ehemalige Kieler Bürgermeister und Stadtbaurat Ronald Klein-Knott mit der Gesellschaft für Entwicklung und Vermarktung (GEV).  Dabei traten zwölf Architekturbüros gegeneinander an, fünf von ihnen bekamen Zusagen für einzelne Bauabschnitte.

Und das Modell ist gelungen, findet Ulrik Schlenz, Vorstand der Wankendorfer Baugenossenschaft und Sprecher der Projektgemeinschaft Hörnbau. "Die Entwürfe stehen für architektonische Vielfalt und ein ästhetisches Gesamtbild." Er ist überzeugt, dass an der Hörn ein urbanes Viertel für jedermann entsteht. 

Das sieht Oberbürgermeister Ulf Kämpfer genauso. "Hier entsteht ein Quartier für alle." Der OB hofft, dass durch das Bauvorhaben das Ost- und Westufer noch stärker verknüpft werden. "In Kiel wächst zusammen, was zusammengehört."

Drei Gebäudekomplexe auf drei Baufeldern

Und das genau ist geplant: Auf den drei ausgewiesenen Baufeldern acht, elf und zwölf entstehen insgesamt drei Gebäudekomplexe, die sich nicht nur in ihrer Gestaltung, sondern auch in der Nutzung und Wohnstruktur stark unterscheiden. Was alle drei Komplexe bei den unterschiedlichen Planungen vereint, ist Platz für Gastronomie im Erdgeschoss, vorzugsweise mit Blick auf das Wasser. 

Auf dem direkt am Wasser gelegenen Baufeld acht zwischen den Straßen "Stemmer" und "Antipper" entstehen 98 Eigentumswohnungen, Bauherr ist die Kieler Hörn GmbH & Co. KG, ein Zusammenschluss aus Bauträgergesellschaften innerhalb der Projektgemeinschaft. Durch die u-förmige Bauweise mit der Öffnung Richtung Willy-Brandt-Ufer sollen fast alle Wohneinheiten Blick auf die Hörn erhalten.

Erste Interessenten für Bürofläche

Auf Baufeld elf, hinter den Germania-Arkaden, entsteht in einem Block ein gemischtes Ensemble aus Miet- und Eigentumswohnungen sowie Gewerbe. Die östliche Seite, Richtung Gaarden, ist für Büroräume vorgesehen. Niels Bunzen, Geschäftsführer Norddeutsche Grundstücksentwicklungsgesellschaft, berichtet, dass es bereits jetzt zwei Gewerbetreibende aus der Bau- und der Steuerbranche gibt, die Interesse angemeldet hätten. Die anderen Gebäudeseiten bieten Platz für 160 Wohnungen (120 Miet-, 40 Eigentumswohnungen). 

Wie vielfältig das Quartier wird, ist an dem Gebäudekomplex auf Baufeld zwölf zu erkennen. Hier entstehen zum einen 80 Eigentumswohnungen sowie durch die Genossenschaften GWU Eckernförde und Wankendorfer geförderter Mietraum. Darüber hinaus ist im Erdgeschoss eine Tagespflegeeinrichtung geplant, in zwei weiteren Geschossen ist ein inklusives Wohnprojekt für Menschen mit und ohne Behinderung geplant. Die ursprünglich vorgesehene Kita wird nicht mehr nötig, da wie berichtet aus der benachbarten Halle 400 eine Kindertagesstätte wird.

Daten und Fakten zum Projekt

Von den geplanten 440 1,5- bis 5-Zimmer-Wohnungen sind die Hälfte Mietwohnungen, 20 Prozent davon gefördert. Die neun Mitglieder aus der Projektgemeinschaft Hörnbebauung – bestehend aus Wohnungsunternehmen, Genossenschaften und Privatinvestoren – planen Investitionen von 120 Millionen Euro. Kauf- und Mietpreise stehen noch nicht fest, bei den geförderten Mietwohnungen soll der Quadratmeterpreis zwischen sechs und acht Euro liegen. Interessenten können sich etwa mit Beginn der Bauphase bewerben, Mieter sechs Monate vor der Fertigstellung. Zu jedem Gebäudekomplex wird eine Parkgarage gebaut, im Schnitt wird pro Wohnung mit einem Parkplatz gerechnet. Zusätzlich entstehen rund 2000 Stellplätze für Fahrräder.

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