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Kiel Blaue Linie wird renoviert
Kiel Blaue Linie wird renoviert
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00:24 05.03.2015
Von Günter Schellhase
So sieht eins der insgesamt drei neuen Piktogramme aus. Im Metern wird die Distanz zum Ziel angekündigt – wie hier zum Norwegenkai. Anfang April zum Beginn der Kreuzfahrtsaison soll die blaue Linie in neuer Farbe erstrahlen. Quelle: Frank Peter
Kiel

Suboptimale Lösung, Aprilscherz oder Lachnummer: Wenig schmeichelhafte Bezeichnungen fanden selbst hochrangige Verwaltungsmitarbeiter und Politiker für die Linie mit Schwüngen vom Bahnhof bis zum Ostseekai. Das blaue Wunder erschien Anfang April im City Center fast wie ein Scherz, der traditionsgemäß immer am Ersten dieses Monats gemacht wird. Denn bei der praktischen Umsetzung fehlte es an der letzten Abstimmung, und deshalb ging so ziemlich alles schief, was schiefgehen konnte. Wirklich zufrieden war niemand. Dabei hatte die Stadt schon lange über eine Markierung nachgedacht, die Touristen und Kreuzfahrpassagiere zu den Kaufleuten und Sehenswürdigkeiten führen sollte.

 Und dieser Plan ging trotz der mangelhaften Umsetzung auf: Die Kaufleute bestätigten, dass die Kreuzfahrtouristen ihre Geschäfte belebten, weil die blaue Linie sie mit zackigen Richtungswechseln und eleganten Kurven direkt an ihren Läden vorbei führt. Doch schnell verblich der Strich. Ob der Kritik an der Gestaltung gelobte das Baudezernat Nachbesserung und beauftragte einen Mitarbeiter mit der Planung eines wegweisenden Konzeptes mit der Begradigung einiger Biegungen. Das steht jetzt kurz vor der Umsetzung. Bisher verband die blaue Linie auf einer Strecke von 1700 Metern Ostseekai und Hauptbahnhof. „Jetzt sollen auch die Fährterminals Schwedenkai und Norwegenkai mit einbezogen werden“, sagte Felix Schmuck.

 Zudem wurde der Streckenverlauf geändert. So soll die Linie vom Hauptbahnhof auf dem wasserseitigen Fußweg an der Andreas-Gayk-Straße entlang führen. „Damit wollen wir die Reisenden direkt zur Tourist-Informationen am Stresemannplatz bringen“, erklärte Schmuck. Die blaue Markierung wird durch insgesamt 15 Piktogramme ergänzt. Sie werden mit Entfernungsangaben an den Ein- und Ausgängen der Terminals, am Hauptbahnhof und vor dem Leik aufgebracht und sollen ortsunkundigen Besuchern bei der Orientierung helfen. Die Stadt will auch die bereits bestehende Beschilderung erweitern, die den Weg zu abseits der Markierung liegenden Sehenswürdigkeiten weist.

 Nach jetziger Schätzung sollen Band und Bilder unter dem Strich etwa 26000 Euro kosten, die sich die Projektpartner Landeshauptstadt, Kiel Marketing und Seehafen Kiel teilen. Darin eingerechnet sind der Farbauftrag und die Produktion von mehrfach verwendbaren gefrästen Metallschablonen für das Aufbringen der Piktogramme. Da die Linie Regen, Schnee und Fußtritten ausgesetzt ist, verwittert sie an einigen Stellen enorm schnell. „Ab dem kommenden Jahr soll deswegen vor Beginn der Kreuzfahrtsaison der Belag neu aufgetragen werden“, erklärte Schmuck. Das kostet jährlich etwa 15000 Euro, die die drei Partner zu unterschiedlichen Teilen zahlen. Sollte sich die Erfolgsgeschichte fortsetzen, will die Stadt prüfen, inwieweit das blaue Band durch eine bauliche Markierung ersetzt werden kann.