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Kiel Darum lassen sich Ampeln kaum anpassen
Kiel Darum lassen sich Ampeln kaum anpassen
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11:48 01.11.2019
Von Steffen Müller
Eine seltene Umgestaltung einer Ampelanlage: Vom Exerzierplatz wird eine zweite Linksabbiegespur in den Schützenwall eingerichtet. Dann gibt es nur noch eine Geradeausspur in den Kronshagener Weg. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Dass sich im Berufsverkehr Staus bilden, lässt sich in einer Großstadt wie Kiel nicht vermeiden. Und dass Baustellen für zusätzliche Zeitverzögerungen sorgen, ist auch nichts Außergewöhnliches. Außergewöhnlich war aber, was sich in den vergangenen acht Tagen auf den Straßen Kiels abgespielt hat.

Aufgrund von mittlerweile abgeschlossenen Fernwärmearbeiten war die Straße Exerzierplatz zwischen Kleiner Kuhberg und Ziegelteich gesperrt, es stockte der Verkehr rund um den Platz und im Knooper Weg, die Blechlawine schob sich bis weit über die Gutenbergstraße hinaus. Genervte Anwohner und Geschäftsleute forderten, dass bei solch einem extremen Verkehrsaufkommen die Ampelschaltung im Kieler Zentrum angepasst werden müsste. Doch das ist nur schwer möglich.

Kiel hat 252 Ampelanlagen

Zwar sind alle 252 Ampelanlagen in Kiel per Kabel oder per Funk an einen Verkehrsrechner angeschlossen und können durch Induktionsschleifen im Boden verkehrsabhängig geschaltet werden. Doch da es viele Verkehrsknotenpunkte gibt, hat die Änderung einer Ampelschaltung weitläufige Auswirkungen auf das Straßennetz – und kommt daher nur selten vor.

"An die Verkehrsplanung werden diverse Anforderungen gestellt, daraus ergeben sich komplexe technische und physikalische Abhängigkeiten", umschreibt Stadtsprecher Arne Ivers die Aufgabe der Planer und meint damit unter anderem, dass an den großen Knotenpunkten Abbiegephasen oder gesonderte Schaltungen für den Bus- und Radverkehr beachtet werden müssen. Normalerweise werden die Linienbusse zwar über die regulären Ampeln geführt, doch an einigen Stellen, etwa an der Andreas-Gayk-Straße, gibt es spezielle Bus-Signalschaltungen, die bei der Verkehrssteurung einkalkuliert werden muss.

Kieler Ampeln haben Umlaufphase von 80 oder 90 Sekunden

Um eine gleichmäßige Schaltung im gesamten Stadtgebiet zu gewährleisten, hat jede Ampel eine feste Umlaufphase, in der sie einmal Grün und einmal Rot anzeigt. Eine Umlaufphase dauert 80 oder 90 Sekunden, in dieser Zeit lässt sich nur variieren, wie lange die Signalanlage Rot oder Grün ist, an der Dauer der gesamten Phase lässt sich nichts ändern.

Welche Taktungen gelten im Berufsverkehr?

So gelten im Berufsverkehr festgelegte Taktungen, die auf das erhöhte Auto-Aufkommen in Kiel ausgelegt sind. "Für alle Lichtsignalanlagen in der Stadt gibt es in der Regel drei unterschiedliche Programme, die tageszeitabhängig geschaltet werden", erklärt Arne Ivers. Es gibt ein Morgenprogramm für die Zeit von 6 bis 9 Uhr mit Priorität für den Verkehr stadteinwärts, ein Zwischenprogramm von 9 bis 15 Uhr für ausgewogene Verkehrsverhältnisse und ein Programm für den Feierabendverkehr von 15 bis 19 Uhr mit Priorität für den Verkehr stadtauswärts.

Als am Knooper Weg in den letzten Tagen Verkehrschaos herrschte, waren die Grünphasen schon so gut es geht auf den Feierabendverkehr getaktet. Sonderprogramme gibt es nur für Ampeln, die auch nachts eingeschaltet bleiben, oder bei Veranstaltungen in der Sparkassen-Arena.

Ampeln am Exerzierplatz/Schützenwall sind eine Ausnahme

Eine Änderung einer Ampelschaltung kommt daher nur selten und erst nach langer Planung vor, so geschehen an der Kreuzung Kronshagener Weg/Exerzierplatz. Da Lastwagen vom Schwedenkai nicht mehr über den Theodor-Heuss-Ring zur Autobahn fahren dürfen, müssen die Lkw nun durch die Innenstadt ausweichen. Durch das höhere Verkehrsaufkommen wurde die Ampel von Ziegelteich Richtung Schützenwall angepasst, sodass es nun zwei Linksabbiegespuren vom Exerzierplatz in Richtung A 215 gibt.

"Grüne Welle" nur auf bestimmten Strecken in Kiel

Als Autofahrer in Kiel wird man oft das Gefühl nicht los, an fast jeder roten Ampel in der Stadt zu stehen. Tatsächlich hängt die "Grüne Welle" davon ob, auf welcher Strecke sich der Autofahrer befindet, denn einige Straßen werden von den Verkehrsplaner bevorzugt behandelt. Generell ist es das Ziel, dass der Verkehr auf Strecken, die stadtauswärts führen, schneller voran kommt.

Das erklärt, warum beispielsweise auf der Eckernförder Straße oder dem Schützenwall in Kiel die Grünphasen besser geschaltet sind als am Westring. Da der Westring beide Straßen kreuzt, ist es schwierig, dort eine "Grüne Welle" zu ermöglichen. "Leider können 'Grüne Wellen' nicht immer beliebig eingerichtet werden. Ungünstige Knotenpunktabstände und Verkehrsbelastungen an den einzelnen Knotenpunkten und die Priorisierung des ÖPNV an Lichtsignalanlagen spielen eine maßgebliche Rolle", erklärt die Stadt, die nach eigenen Angaben regelmäßig überprüft, ob sich die Ampelschaltung optimieren lässt.

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