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Kiel Bürger haben Berührungsängste
Kiel Bürger haben Berührungsängste
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06:20 30.09.2019
Von Steffen Müller
Steffen Thiemann von "Stattauto" gab Konstanze Gerhard, Agnes Witte und Antje Danker (von links) Tipps beim Umgang mit Elektroautos. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

"Ich finde den Wirkungsgrad enorm, weil deutlich wird, wie viel Reibung bei Verbrennungsmotoren verloren geht", erklärt Stattauto-Fuhrparkleiter Klatt, warum er so gerne einen E-Pkw nutzt. "Es ist ein ruhigeres, entspannteres Fahren." Viele E-Auto-Fahrer würden außerdem nicht so rasen, da sie auf die Reichweite achteten und wüssten, dass sie beim Bremsen Energie zurückgewinnen.

Ohne Auto geht es auch nicht immer

Auch immer mehr Stattauto-Kunden entscheiden sich für ein elektrisch betriebenes Fahrzeug und gegen eines mit Verbrennungsmotor. Dazu zählt auch Antje Danker. Die ehemalige SSW-Ratsfrau besitzt schon seit längerer Zeit keinen Pkw mehr, fährt fast nur noch Fahrrad. "Für manche Situationen brauche ich aber doch ein Auto. Dann leihe ich mir eins." Da Danker in Zukunft nur noch ein Leih-E-Auto nutzen möchte, informierte sie sich am Sonnabend bei Boris Klatt und Steffen Thiemann, wie das System mit der Ladestation funktioniert.

Schnelles Anfahren bereitet Probleme

"Viele Fahrer haben immer noch Berührungsängste mit E-Autos", berichtet Klatt. Belegt wird diese Aussage von Konstanze Gerhard und Agnes Witte, die sich von den Experten erklären lassen wollen, worauf sie bei der Fahrt mit einem E-Auto besonders achten müssen. Vor allem das schnelle Anfahren und die Automatik-Schaltung finden die beiden Frauen gewöhnungsbedürftig. Als Tipp, dass das Fahrverhalten anders ist und die Bremsen empfindlicher sind, gibt Klatt den Carsharing-Kundinnen auf den Weg, eventuell den linken Schuh beim Fahren auszuziehen, um sich bewusst zu machen, dass das Auto ein bisschen anders reagiert als solche mit altbekannten Verbrennungsmotoren und manueller Schaltung.

Stadt Kiel gibt sich Mühe

Damit das Interesse nicht nur bei den Nutzern von Leihangeboten, sondern auch bei den Käufern von E-Autos steigt, sei es wichtig, dass sich die Infrastruktur verbessert, sagt Steffen Thiemann. Kiel sei bereits recht gut aufgestellt und die Stadt bemüht, das Netz an Ladestationen auszubauen. So wurde Stattauto bei der Erschließung der eigenen Ladesäulen finanziell von der Stadt unterstützt. Eine Zusammenarbeit gibt es auch mit den Stadtwerken. An mehreren Standorten ist der Carsharing-Anbieter Mieter der Steckdosen. Klatt ergänzt, Stattauto und Rathaus gemeinsam darüber sprechen, wo es Bedarf an weiteren Stationen gibt, die auch in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken errichtet werden.

Infrastruktur in Schleswig-Holstein schlecht ausgebaut

Schleswig-Holstein allerdings hänge im Vergleich zu anderen Bundesländern weit hinterher. "In Kiel ist es okay, in Lübeck ist es schon mau, doch je weiter man aufs Land kommt, desto schlechter wird es", erzählt Thiemann, der regelmäßig mit einem E-Auto von Lübeck an die Schlei fährt und Schwierigkeiten hat, eine freie Ladesäule zu bekommen. "Hamburg dagegen ist gepflastert mit Ladesäulen."

Keine Förderung vom Land

Thiemann kritisiert, dass es in Schleswig-Holstein im Gegensatz zu anderen Bundesländern noch keine Förderrichtlinien für die E-Infrastruktur gebe. "Der Netzausbau wird nicht öffentlich gefördert." Will eine Kommune oder ein privater Anbieter eine Ladestation errichten, sind die Kosten für die Erschließung – Kampfmittelsondierung, neue Leitungen, Hardware – komplett selbst zu tragen, vom Land gibt es keine Unterstützung, die einzige Möglichkeit für Fördergelder gibt es beim Bundesverkehrsministerium.

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