Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Die Wik und ihre „Sorgenkinder“
Kiel Die Wik und ihre „Sorgenkinder“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:25 16.11.2014
Von Karina Dreyer
Das Haus 3 hat die Atelierhausgesellschaft erworben und möchte daraus ein Haus für Designer machen. Quelle: Karina Dreyer
Wik

„Wir hatten auf Städtebauförderung gehofft, aber es besteht wohl weder kurzfristig noch langfristig eine Chance, sie zu bekommen. Und ohne öffentliche Gelder sehe ich keine Lösung und habe auch keine durchschlagende Idee“, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, der am Mittwochabend den Ortsbeirat Wik besuchte.

Er fände es allerdings zu früh, einen Abgesang auf das Haus zu starten, so Kämpfer. Ortsbeiratsvorsitzender Jürgen Engel schlug dem OB vor, dass die Stadt ja einen zinslosen Kredit leisten könne, damit das Haus nicht weiter verfällt. Aber Kämpfer sieht darin nur eine Verschiebung des Problems. „Das Ding ist gelaufen“, befürchtet SPD-Ratsfrau Ingrid Lietzow. Es sei aber für die Zukunft wichtig, frühzeitig aktiv zu werden und Lösungen zu finden, damit solche Gebäude nicht so lange leer stehen und verfallen“, betonte sie.

 Kämpfer kennt die Wik und den Anscharpark gut. „Vor sechs Jahren hatte ich selber mit einer Baugemeinschaft Interesse daran, das Haus 1 (Verwaltungsgebäude) zu kaufen, doch es scheiterte am Preis“, erzählte er. Ein bisschen neidisch sei er jetzt schon, „dass da jetzt ein anderer reinkommt“.

 Und der „andere“ ist die Atelierhaus-Gesellschaft, die das Haus 1 ab 2015 sanieren, zu einer Kita und für Freiberufler aus verschiedenen Bereichen der Kreativwirtschaft ausbauen lassen wird. Das bedeutet auch, dass die freien Künstler, die dort ein Jahr lang Räume als Ateliers nutzen konnten, zum Ende des Jahres ausziehen müssen (wir berichteten). Sie wandten sich an den Oberbürgermeister mit der Bitte um Hilfe. „Die Zwischennutzung war eine einzigartige Idee, die eingeschlagen ist wie eine Bombe, sie war aber eine Zwischenlösung, die dann auch vorbei ist“, sagte Kämpfer. Die Künstler hoffen nun, eventuell ein anderes, ebenfalls leer stehendes Haus als Zwischenlösung anderthalb bis zwei Jahre nutzen zu können. „Ich kenne nur leider kein Haus, das für solche Zwecke zur Verfügung steht“, so der OB.

 Sämtliche Gebäude im Marinequartierpark gehören noch der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Kämpfer sagte, es gebe zwar bereits Verhandlungen über Gebäude, aber noch gehörten sie nicht der Stadt. Zudem sei eine Nutzung momentan nicht möglich, da die Strom- und Heizversorgung in den Gebäuden zum Teil gekappt wurden. Kämpfer legte der Gruppe nahe, selber mit der Bima ins Gespräch zu kommen. Der Ortsbeirat versprach die Gruppe zu unterstützen. „Wir versuchen alles in Gang zu setzen, um die Gruppe in unserem Stadtteil halten zu können“, betonte Engel.

 Die weiteren „Sorgenkinder“ der Wik, die Schulversorgung und die Entwicklung des Einzelhandels auf der Holtenauer Straße, werden den Ortsbeirat in der nächsten Zeit weiter beschäftigen.