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Kiel „Emden“-Familie ging in Kiel an Land
Kiel „Emden“-Familie ging in Kiel an Land
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23:45 05.06.2015
Von Paul Wagner
Tradition für ein friedliches Miteinander: Viele Nachfahren der „Emden“-Besatzung sind an diesem Wochenende zu Besuch in Kiel. Mittlerweile gehört die fünfte Generation zu der Gruppe, die sich jährlich in einer anderen Stadt in Deutschland trifft. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Das Schiff und seine Mannschaft waren im Ersten Weltkrieg berühmt geworden. Die Geschichte der Überlebenden wurde mehrfach verfilmt, zuletzt im ARD-Zweiteiler „Die Männer der Emden“, der im vergangenen Frühjahr ausgestrahlt wurde.

 Die realen Nachkommen der Protagonisten nennen sich „Emden“-Familie und besuchen in jedem Jahr gemeinsam eine andere Stadt. An diesem Wochenende ist Kiel das Ziel der Reisegruppe. Auf dem Besuchsprogramm stehen unter anderem die Besichtigung der „Gorch Fock“, ein Besuch am Ehrenmal in Laboe sowie eine Hafenrundfahrt und Vorträge. Aus ganz Deutschland sind Kinder, Enkel und Urenkel der einstigen „Emden“-Besatzung in den Norden gekommen. Zuletzt war die „Emden“-Familie 1964 gemeinsam an der Förde, damals noch mit lebenden Besatzungsmitgliedern. Am Freitagmittag stand auch ein Besuch im Rathaus an. Die „Emden“-Familie stehe nicht für eine „falsche Glorifizierung, sondern als Mahnung für ein friedliches Miteinander“, unterstrich Stadtrat Wolfgang Röttgers beim Empfang im Namen der Stadt.

 Henning Bess, Flottillenadmiral a.D. und Sprecher der Gruppe, erinnerte an die Verbindungen, die die „Emden“ mit dem Marinestandort Kiel hatte. So wurde das Schiff schon kurz nach dem Stapellauf 1908 in Danzig an die Förde geschickt und dort eingedockt. Grund waren Probleme mit der Geschwindigkeit des Schiffes. Auch das erste offizielle Foto der „Emden“ entstand in Kiel. Nach einigen Übungen auf der Förde passierte das Schiff den damaligen Kaiser-Wilhelm-Kanal und wurde während einer Probefahrt unter der Levensauer-Hochbrücke aufgenommen.

 Jens Jacobus, ehemaliger Leiter des Kieler Hochbauamtes, gehört ebenfalls zu den Nachfahren der „Emden“-Besatzung. Sein Großvater Hellmuth von Mücke diente als Erster Offizier auf dem Kriegsschiff und führte als einer von 50 Überlebenden die Besatzung auf einer eindrucksvollen Reise mit Segelschiffen und Kamelen zurück ins damalige Deutsche Reich. Vor etwa drei Jahren ist sein Enkel Jens Jacobus zur „Emden“-Familie gestoßen, hat jetzt den Besuch der Gruppe an der Förde organisiert. „Ich bin eigentlich durch einen Zufall und Recherche im Internet zur „Emden“-Familie gekommen“, erinnerte sich Jacobus. Schnell habe er die Mitglieder der Gruppe kennengelernt und gemerkt: „Das hat mit Heldenverehrung nichts zu tun.“

 Etwas, was viele Familienmitglieder bis heute verbindet ist der Name „Emden“. Der preußische Innenminister erlaubte den zurückgekehrten Besatzungsmitgliedern damals, „Emden“ als Zusatz des Nachnamens zu führen. Diese im deutschen Namensrecht einmalige Möglichkeit gilt seit fast 100 Jahren bis heute und wird von einer ganzen Reihe der Nachfahren genutzt.

Premiere am Ostseekai: Als Meerjungfrau schwebte am Freitag die Taufpatin hoch oben über dem Luxusliner und den Dächern Kiels. Schwimmstar Franziska van Almsick taufte kurz nach 21 Uhr die „Mein Schiff 4“. Dafür schlüpfte sie in ein 300 Kilogramm schweres „Kleid“ mit einem Durchmesser von 20 Metern, das eine Meereswelle symbolisierte, und wurde auf zwölf Meter Höhe über den Bug gefahren. Tausende Menschen auf dem Kai verfolgten die Zeremonie. Von Gunda Meyer und Frank Behling

KN-online (Kieler Nachrichten) 05.06.2015
Kiel Schiffstaufe "Mein Schiff 4" Was für eine Show!

Es war ein kleiner Vorgeschmack auf die Kieler Woche: Am Ostseekai startete am Freitag eine große Party mit 20000 Zuschauern und 1000 Ehrengästen. Franziska van Almsick taufte den Kreuzfahrer "Mein Schiff 4". Höhepunkt war ein Konzert mit Adel Tawil. Die Ereignisse im Ticker.

Frank Behling 06.06.2015

Im Kieler Rathaus standen am Freitag Traditionen hoch im Kurs. Am Morgen empfing die Stadt als Gastgeberin die Große Grüne Gilde von 1412 zur Eröffnung des Großen Schießens, am späten Nachmittag machte Frankreichs Botschafter in Berlin, Philippe Étienne, seinen Antrittsbesuch.

Martina Drexler 05.06.2015