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Kiel Erste Sprechstunde im Einwohnermeldeamt war entspannt
Kiel Erste Sprechstunde im Einwohnermeldeamt war entspannt
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17:06 15.11.2019
Von Michael Kluth
Spontansprechstunde im Einwohnermeldesamt der Stadt Kiel: Mitarbeiterin Nadja Voland reicht Peter Nielsen eine Schnellnummer. Der Kieler will nur ein Führungszeugnis. "Lächeln" steht auf dem Schild auf dem Tresen. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Luna Conradt (20) und Levke Stadthagen (21) sind guter Dinge. Die Studentinnen wollen im Kieler Rathaus ihre Ummeldung von Lübeck nach Kiel in ihren Personalausweisen festschreiben lassen, holen sich fix eine Wartenummer bei Nadja Voland am Empfangsdesk – die Nummer S 267 – und schauen nun zufrieden auf die Anzeigetafel über der Tür 2 des Einwohnermeldeamtes: die S 260 ist gerade drinnen, sechs Bürger sind noch vor ihnen dran. „Läuft doch“, sagt Luna, und Levke pflichtet bei: „Kein Grund zur Klage.“

S steht für Schnellnummer. Adressaufkleber auf Ausweisen zum Beispiel oder Führungszeugnisse sind Angelegenheiten, die ruck zuck erledigt werden können – dafür gibt es S-Nummern. A steht für Abholen von fertigen Dokumenten, H für alle anderen Anliegen in der Spontansprechstunde des Bürgeramtes.

Immer wieder freitags: Ohne Online-Termin ins Kieler Rathaus

Ohne online vergebenen Termin können Kielerinnen und Kieler künftig freitags ab sieben Uhr ins Einwohnermeldeamt kommen. Sie müssen etwas Geduld mitbringen, aber sie kommen am selben Vormittag dran. 

Wartezeiten von drei Monaten und mehr für Online-Termine hatten zu Missstimmung unter Betroffenen geführt – und zu einer belasteten Atmosphäre im Amt. Stadtrat Christian Zierau hatte Besserung gelobt.

Tatsächlich: An diesem Tag ist alles anders. Die Wartenden sind entspannt, die Mitarbeiter auch. Gutgelaunt und zugewandt vergibt Nadja Voland Wartenummern und beantwortet geduldig alle Fragen. „Lächeln“ steht auf einem Schild vor ihr. Auch so eine kleine Aufforderung entspannt die Atmosphäre.

Der Empfangstresen ist ab sofort stets doppelt besetzt

Der Empfangstresen ist ab sofort während der Öffnungszeiten des Amtes stets doppelt besetzt. Personaldezernent Zierau hat es den Mitarbeitern freigestellt, den Knochenjob am Einlass zu verrichten. Hier sitzen nur Freiwillige. Nadja Voland macht die Erstkontaktstelle zwischen den Bürgern und ihrem Amt erkennbar Spaß. 

Freies WLAN verkürzt die gefühlte Wartezeit

Zu den Neuerungen gehört auch freies WLAN im Rathausflur. Viele vertreiben sich die Wartezeit jetzt mit dem Smartphone – und merken kaum, wie die Zeit vergeht.

Stadtrat Zierau, der die Leitung des Bürgeramtes für ein Jahr an sich gezogen hat, hat zudem für Verstärkung gesorgt. Sechs Ehemalige, die in jüngerer Vergangenheit in andere städtische Ämter gewechselt sind, sind für den Freitagsdienst an alter Wirkungsstätte aktiviert. Fünf von ihnen sind an diesem Morgen schon im Einsatz.

Insgesamt 16 Mitarbeiter sind im Einsatz

Gruppenleiter Daniel Brüdegam hat insgesamt 16 Leute unter Dampf. Er sei „selber erschrocken gewesen, wie voll es war“ bei der Öffnung am Morgen um sieben Uhr. „Die Bürger standen in zwei Reihen die Treppe runter bis zum Rathaustor.“ Am Vormittag frohlockt Brüdegam schon: „Ich habe das Gefühl, es wird gut abgearbeitet.“

12 Uhr: Zierau macht die Becker-Faust

Der Eindruck bestätigt sich um zwölf Uhr mittags. Zum Dienstschluss ist der Flur leer. Stadtrat Zierau wandelt durch den Gang und macht die Becker-Faust: „Yes!“ Die Wiederaufnahme der Spontansprechstunde ist ein voller Erfolg. 200 Menschen sind binnen fünf Stunden durchgeschleust worden. Das hilft den Bürgern und dem Amt. Mit dem wöchentlichen Kraftakt werden auch potenzielle Wartezeiten für Online-Termine abgebaut. 

Die Bürger haben jetzt die Wahl. Wer weiß, dass er erst in ein paar Monaten einen neuen Pass oder Ausweis braucht, zieht sich online einen präzisen Termin für montags bis donnerstags. Wer schnell drankommen muss, geht freitags hin und zieht eine Nummer. Rechtzeitiges Erscheinen sichert die frühesten Plätze.

Süßigkeiten für die Wartenden

Zierau ist an diesem Morgen schon um fünf Uhr zur Arbeit gekommen, um sicherzustellen, dass alles klappt. „So früh war ich noch nie hier“, sagt er. Um sieben Uhr bringt er Süßigkeiten unter die wartenden Leute – und unter die Mitarbeiter. Bei der Abschlussbesprechung um 12 Uhr dankt er ihnen herzlich für den Einsatz.

Ende März 2020 wird nachgesteuert, wenn nötig

Bis Ende März 2020 will er das neue Freitagsformat fortführen und dann in einer Manöverkritik feststellen, ob nachgesteuert werden muss. Als nächstes will er sich jetzt die Führerscheinstelle und die Kfz-Zulassung vornehmen.

Am späten Vormittag gehen die Wartenummern aus

Wo viel Licht ist, ist auch Schatten. Am späten Vormittag gehen Nadja Voland die Nummern aus. Die Kapazität ist erschöpft. Sie muss Saba Abdullah (29) und Oday Abbas (41) abweisen. Die aus dem Irak stammenden Kieler sind am selben Tag eingebürgert worden und legen ihre Urkunden vor, um deutsche Pässe zu beantragen. Das wird heute nichts mehr. Nun kommen sie am nächsten Freitag wieder, dann etwas früher. Die beiden sind da ganz entspannt.

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