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Kiel Fridays For Future kritisiert Antifa
Kiel Fridays For Future kritisiert Antifa
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09:29 30.09.2019
Von Steffen Müller
Die von Fridays For Future ausgerufene Klima-Demo am 20. September mit etwa 15 000 Teilnehmern verlief ganz im Sinne der Organisatoren. Zwei Protestzüge in der vergangenen Woche wurden allerdings von der Antifa vereinnahmt. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Wenn die jungen Aktivisten von Fridays For Future (FFF) auf die Straße gehen, um gegen den Klimawandel und für mehr Umweltschutz zu protestieren, tun sie das ohne Parteibuch. Die Organisation legt Wert darauf, überparteilich zu sein und sich nicht von anderen Gruppierungen vereinnahmen zu lassen. Die Kieler Fridays-For-Future-Bewegung hat allerdings aktuell Probleme mit der Antifa. Zwei Demonstrationen sind von den Linksaktivisten kurzfristig übernommen worden und mussten von FFF vorzeitig für beendet erklärt werden. Nun sieht sich Fridays For Future gezwungen, sich öffentlich von der Antifa zu distanzieren.

Angriffe auf Klimaacamp als Auslöser

Auslöser waren die Angriffe auf das Klimacamp am Anna-Pogwisch-Platz. Wie berichtet, brannte am vergangenen Dienstagabend ein Banner der Klimaaktivisten in der kleinen Zeltstadt, die für eine Woche errichtet wurde, um Workshops und Vorträge abzuhalten. Da es noch weiteren Vandalismus gab – unter anderem eine durchgetrennte Lichterkette und umgetretene Bänke – erhielt Fridays For Future viele Solidaritätsbekundungen aus sämtlichen Richtungen.

Linke Parolen bei Solidaritäts-Demo

Auch die Antifa gehörte zu den Unterstützern, nutzte die Angriffe auf das Klimacamp laut Fridays For Future allerdings als Plattform für die eigene politische Agenda. So wurde die spontan angemeldete Demonstration am Mittwoch durch laute Sprechchöre der Antifa übertönt. Außerdem sollen Mitglieder von Fridays For Future von der Antifa bedroht und beleidigt worden sein. Am Ende der Demo soll die Antifa mit einer kleinen Gruppe noch das Klimacamp besetzt haben. Auch die Polizei berichtet auf Nachfrage, dass bei der Protestmarsch linksgerichtete Parolen zu hören waren, einen Grund zum Einschreiten haben die Beamten aber nicht gesehen. Die Antifa selbst wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Antifa soll Absprachen gebrochen haben

Bei der Demonstration am Freitag sollen sich die Vorfälle wiederholt haben. "Die Antifa brach mehrfach Absprachen und zeigte sich uns gegenüber nicht solidarisch, sondern dominant", heißt es in einer Stellungnahme von Fridays For Future. "Auf der Demonstration gegen die Angriffe auf das Fridays-For-Future-Klimacamp wurde der Begriff Solidarität von der Antifa Kiel ad absurdum geführt", konkretisiert Pauline Engfer, die an der Demonstration am Freitag teilgenommen hat. Die Kieler FFF-Bewegung distanziert sich in ihrem Schreiben von der Antifa und der Antifa-Jugend deutlich. Die Aktivisten betonen, dass sie aus den Vorfällen der letzten Woche gelernt haben.

FFF betont Überparteilichkeit

"Wir werden eine Wiederholung der Ereignisse mit allen Mitteln unterbinden." Nach wie vor seien aber Menschen und Gruppierungen mit verschiedenen politischen Ansichten bei den Fridays-For-Future-Veranstaltungen willkommen, wenn sie die FFF-Ziele unterstützen. "Fridays For Future zeichnet sich durch Überparteilichkeit aus. Unser Anliegen ist ausschließlich konsequenter Klimaschutz. Jeder soll sich auf unseren Demonstrationen wohlfühlen. Wir wollen einen sicheren Raum schaffen, der es weiterhin allen Menschen ermöglicht, parteiunabhängig und ohne aufgezwungene politische Positionierung für Klimaschutz zu demonstrieren. Dabei sprechen wir uns klar für unsere freiheitlichen, demokratischen und rechtsstaatlichen Grundwerte aus."

Dank an die Unterstützer

Der Dank der Klimaaktivisten richtet sich dabei an die People4Future, die Seebrücke und an alle Menschen, die Fridays For Future friedlich unterstützen. "Wir bleiben weiterhin bunt, vielfältig und überparteilich", sagte Lina Kaltenberg, Mitorganisatorin bei Fridays For Future.

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