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Kiel Spielmannszug mit Nachwuchssorgen
Kiel Spielmannszug mit Nachwuchssorgen
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17:00 08.08.2019
Von Karina Dreyer
Eines der letzten Konzerte zum Kieler Umschlag: Inzwischen hat der Spielmannszug aus Kiel-Friedrichsort sich von der öffentlichen Bühne zeitweise zurückgezogen, weil der Nachwuchs fehlt. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

War der Spielmannszug anfänglich eine reine Männersache, „war man Ende der 60er-Jahre erstmalig gezwungen, auch Mädchen im traditionsbewussten Knabenspielmannszug aufzunehmen“, steht in der Chronik geschrieben. Denn es sei immer schwieriger geworden, Knaben zu gewinnen. „Heute ist der weibliche Anteil deutlich höher als der männliche“, sagt Vorsitzender Joachim Lotz.

Drei Spielmannszüge gibt es noch in Kiel

Im November 1978 machte sich die damalige Sparte der Sportvereinigung Friedrichsort selbstständig, es mussten eigene Instrumente und Uniformen angeschafft werden. 1990 konnte der Spielmannszug in die eigenen Räume in der Friedrichsorter Straße ziehen. Seitdem war die musizierende Truppe häufig auf Schützen-und Musikfesten, Kinderfesten, Kieler Umschlag, Kieler Woche und Laternenumzügen zu hören und zu sehen. „1980 gab es noch 15 Spielmannszüge, heute sind es in Kiel und Umgebung nur noch drei, die sich manchmal gegenseitig aushelfen“, bedauert er. Die Zahl der 200 Mitglieder in Kiel-Friedrichsort schrumpfte auf 90, nur 20 davon sind aktiv.

Kiel: Kinder sind nach der Schule müde

„Seit Einrichtung der Betreuten Grundschule vor 15 Jahren haben wir Schwierigkeiten Nachwuchs zu bekommen“, sagt Lotz. Denn wenn beim Spielmannszug freitags ab 17 Uhr die Proben beginnen, kommen viele der Kinder gerade erst nach Hause und sind müde. Ein Problem, das sie mit viele kleineren Vereinen teilten. „Vor vielen Jahren konnten wir über die musikalische Früherziehung noch den Nachwuchs akquirieren, doch mit Beginn der Schulzeit blieben sie dann weg“, bedauert er.

Auch bei den eigenen Musikern ist es schwierig, Termine während der Woche wahrzunehmen. Marvin Röndigs ist seit dem achten Lebensjahr dabei, der 18-Jährige spielt die Trommel und das mit Leidenschaft. „Ich habe schon als Kind auf Kochtöpfen getrommelt“, sagt er. Nun absolviert er den freiwilligen Wehrdienst und schafft es zeitlich nicht zu den Auftritten. Auch bei anderen Mitgliedern hat eine Ausbildung oder ein Studium angefangen.

Daniela Hallack hat als Zehnjährige angefangen, sämtliche Flöten, von Sopran bis Alt und die Lyra, zu spielen. „Dann habe ich angefangen, Anfänger auszubilden“, sagt die 41-Jährige. Ihr Mann ist mit von der Partie sowie der sechsjährige Sohn Joris, der das Beckenspiel lernen möchte. „Der Spielmannszug ist wie meine zweite Familie. Es macht wirklich viel Spaß, im Spielmannszug Musik zu machen, wenn alle auf der Straße stehen bleiben und gucken“, sagt Merle Hoffmann. Die 22-jährige Jugendwartin ist seit 15 Jahren dabei. Ihr gefallen auch die gemeinsamen Aktivitäten und Ausflüge mit den anderen Jugendlichen des Vereins.

Ohne Vorkenntnisse kann jeder ein Instrument erlernen

Und der hat viel zu bieten: Jeder kann hier ohne Vorkenntnisse und Erfahrung ein Instrument erlernen. Man kann ab einem Alter von acht Jahren mitmachen und mitmarschieren, allerdings am Anfang ohne Instrument. Das dauert drei bis vier Jahre, so Lotz. Aber auch erfahrene Musiker sind willkommen, um den Verein am Leben zu erhalten. Zu ihrem Repertoire gehört Marschmusik auf Schützenfesten, Kinder- und Laternenlieder, Unterhaltungsmusik und leichte Klassik bei konzertanten Auftritten.

Dann klappt es auch wieder mit Auftritten bei Laternenumzügen und dem Kieler Umschlag, beides musste für dieses Jahr abgesagt werden. „Wir haben uns für eine Weile von der öffentlichen Bühne zurückgezogen und setzen alles daran, um Nachwuchs zu bekommen. Unser Übungsbetrieb geht weiter, um musikalisch und qualitativ auf dem neuesten Stand zu bleiben“, verspricht Lotz.

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