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Kiel Bronzestatue an die Stadt übergeben
Kiel Bronzestatue an die Stadt übergeben
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20:00 03.05.2019
Von Kristiane Backheuer
Foto: Freuen sich, dass die Bonzestatue des italienischen Künstlers Francesco Messina nun einen festen Platzt in der Stadtgalerie Kiel gefunden hat: die Leitende Oberstaatsanwältin Birgit Heß, Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und der Direktor der Kieler Stadtgalerie, Dr. Peter Kruska.
Freuen sich, dass die Bonzestatue des italienischen Künstlers Francesco Messina nun einen festen Platzt in der Stadtgalerie Kiel gefunden hat: die Leitende Oberstaatsanwältin Birgit Heß, Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und der Direktor der Kieler Stadtgalerie, Dr. Peter Kruska. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Seit Freitagmittag ist die Stadtgalerie Kiel um eine Attraktion reicher: In den Ausstellungsräumen im Neuen Rathaus steht nun neben dem kleinen Ölgemälde „Kosake bei Utrchkulan“, das Heinrich Ehmsen 1943 malte, ein schlanker Jüngling aus Bronze.

Der Schwimmer „Nuotatore“ wurde 1958 von dem italienischen Künstler Francesco Messina geschaffen. Messina? Den Namen müssen Sie als Nichtitaliener nicht unbedingt kennen, aber vielleicht die Geschichte dahinter.

Das Bronzekunstwerk war nämlich 1970 aus dem Warleberger Hof gestohlen worden und galt als verschollen. Erst am 11. Januar 2017 tauchte es im Schließfach 131 des Kieler Hauptbahnhofs wieder auf. Die Leitende Oberstaatsanwältin Birgit Heß übergab nun den Jüngling mangels Besitzer offiziell an die Stadt. 

Bronze-Jüngling liegt im Schließfach im Kieler Hauptbahnhof

„Über diese Geschichte könnte man ein Märchen schreiben“, sagt Birgit Heß in der Stadtgalerie. In kurzen Zügen erzählt sie die Fakten: Am 11. Januar 2017 fällt der Aufsicht am Kieler Hauptbahnhof auf, dass ein Schließfach seit 72 Stunden abgelaufen ist. Beim Öffnen findet man den Bronze-Jüngling in einer beigen Stofftasche mit Lederimitat-Riemen.

Die Bundespolizeiinspektion Kiel wird verständigt und übernimmt den 50 Zentimeter langen und 2,5 Kilogramm schweren Fund. Es wird vermutet, dass das Kunstwerk erst wenige Tage im Schließfach liegt. 

Schnell wird klar, dass es sich um Diebesgut handelt. Die Ermittler stoßen auf die Spur des Kunstraubs aus dem Jahr 1970. Die Statue war damals in der Nacht vom 24. auf den 25. September aus einer spektakulären Ausstellung im Warleberger Hof in der Dänischen Straße entwendet worden.

Der Dieb drang durch eines der Fenster ins Gebäude ein. Trotz intensiver Ermittlungen blieb der „Schwimmer“ verschwunden. Die italienische Botschaft, die die Ausstellung initiiert hatte, und die Versicherung einigten sich schließlich. Der Fall geriet in Vergessenheit.

Zeuge behauptet, Bekannter des Diebes zu sein

Bis zum besagten Schließfach-Fund. Kaum dringt der an die Öffentlichkeit, meldet sich am 2. Februar 2017 ein „Zeuge“ telefonisch bei der Polizei. „Ein Mann erzählte uns, dass er ein Bekannter des Diebes sei. Der sei schon sehr alt und wolle die Statue nun auf diesem Wege der Öffentlichkeit zurückgeben“, erzählt die Leitende Oberstaatsanwältin Birgit Heß. „Ende 2018 haben wir dann entschieden, nicht weiter zu ermitteln. Die Tat ist eh verjährt.“

Erfreut über den Ausgang sind an diesem Freitag alle. Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer: „Es ist ein schönes Objekt. Und mein juristisches Herz springt bei dieser Geschichte sofort an“, sagt der Jurist.

Dr. Doris Tillmann: "Wir stehen nach wie vor vor einem Rätsel."

Auch Dr. Doris Tillmann, Direktorin des Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseums, berührt die Geschichte sehr. Schließlich ereignete sich der Diebstahl in „ihrem“ Warleberger Hof. „Wir stehen nach wie vor vor einem Rätsel“, sagt sie. „Wir denken aber, dass der ,Schwimmer’ niemals in den Kunsthandel gelangt ist.“

Ehrenplatz in der Stadtgalerie für den "Schwimmer"

In der Stadtgalerie erhält der „Schwimmer“ von Francesco Messina nun einen Ehrenplatz neben besagtem Ehmsen-Ölgemälde. Angst, dass die Skulptur noch einmal entwendet werden könnte, hat Direktor Dr. Peter Kruska nicht. „Wir haben hier immer sehr hochwertige Kunst und deshalb gute Sicherheitsvorkehrungen.“

Bis zum 26. Mai läuft noch die aktuelle Ausstellung „Der Mensch in der finnischen Gegenwartskunst“. Wer es bis dahin nicht schafft, den Bronze-Jüngling zu sehen, muss auf die nächste Ausstellung warten. Die eröffnet am 15. Juni und trägt rein zufällig den passenden Titel: „Aktuelle Positionen italienischer Kunst“. Ein Rahmen, wie geschaffen für ein Werk des berühmten Künstlers Francesco Messina. 

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