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Kiel Wagengruppe Schlagloch zieht umher
Kiel Wagengruppe Schlagloch zieht umher
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07:00 17.06.2018
Von Niklas Wieczorek
Schon wieder abgezogen: Nur kurz gastierte die Wagengruppe Schlagloch vor dem Freibad Katzheide, wo wir sie zum Gespräch trafen. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Nun wolle man sich erst einmal orientieren. "Einen Wagenplatz muss man sich politisch erkämpfen, weil es ihn einfach nicht gibt im Gesetz", sagte ein Mitglied der Gruppe. Eine Eskalation wolle man aber keinesfalls, ziehe daher stets bei Erhalt einer Räumungsaufforderung weiter. Lediglich einmal habe die Gruppe aktiv eine Fläche besetzt – und zwar im vergangenen Jahr die Möbel-Kraft-Ausgleichsfläche in Hasseldieksdamm. Über den Winter hatte die Stadt den Aktivisten, die einen Wagenplatz in der Innenstadt fordern, dann die Nutzung einer Wiese in Wellsee eingeräumt. Der entsprechende Pachtvertrag ging bis Mai.

Die Aktivisten machten sich schließlich am Himmelfahrtstag wieder auf den Weg gen Innenstadt, zogen in einer Demo zunächst an die Hörn und standen in den vergangenen Wochen unter anderem am Bremerskamp oder in der Diedrichstraße. Das Ziel sei dabei stets gewesen, in der Suche nach einem Wagenplatz auf ungenutzte Grundstücke hinzuweisen: "Auch in der Innenstadt liegen Flächen brach", so ein Mitglied. Teil ihrer Agenda sei daher auch, auf die aus ihrer Sicht misslungene Flächennutzung und Wohnungsbaupolitik Kiels hinzuweisen.

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Dissens: Was ist eine "Besetzung"?

"Im Gespräch mit der Stadt kam bei uns Unverständnis auf", hieß es außerdem – denn offenbar gebe es ein grundsätzlich unterschiedliches Verständnis einiger Begriffe: "Unsere ,Besetzungen’ zeigten mangelnde Verlässlichkeit", habe die Stadt den Aktivisten deutlich gemacht. "Wir sehen das aber anders: Wir haben diese Flächen besucht", so ein Mitglied. "Besetzung heißt ja eigentlich, man bleibt, bis es nicht mehr geht."

Von städtischer Seite heißt es: "Wir gehen jetzt strikt ordnungsrechtlich vor", so Sprecherin Wiese-Krukowska. Erst wenn die Wagengruppe Absprachen einhalte, sei wieder eine langfristige Ergebnissuche möglich. "Wir werden sehen, inwieweit sich die politische Selbstverwaltung mit dem Thema befassen will", stellte Annette Wiese-Krukowska in Aussicht. Vielleicht kommen beide Seiten darüber wieder zusammen: Nach eigenem Bekunden will die Wagengruppe gerade in Kontakt zu den Ratsfraktionen treten.

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