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Kiel Weitere Proteste gegen Primark
Kiel Weitere Proteste gegen Primark
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17:29 09.11.2019
Von Steffen Müller
Mit einem Kleidertausch demonstrierte die Grüne Jugend am Sonnabend vor der Primark-Filiale Kiel. Quelle: Sven Janssen
Kiel

Aktivisten, die halbnackt im Schaufenster stehen, waren nur der Anfang. Nicht nur das Fast-Fashion-Network kritisiert öffentlichkeitswirksam das Geschäftsmodell von Primark. Dem irischen Modediscounter, der am Mittwoch in Kiel eröffnete, wird vorgeworfen, durch seine Preispolitik Kleidung zu verramschen. Dass T-Shirts oder Hosen für teilweise unter zehn Euro verkauft werden können, würde auf dem Rücken der Näherinnen in Fernost ausgetragen. Die Fast-Fashion-Industrie würde außerdem eine Wegwerf-Kultur gründen und sei damit für die Klimakrise mitverantwortlich.

Zehn Prozent der weltweiten Treibhausgase entstehen laut Aktivisten durch die Herstellung von Billig-Mode. Für die Herstellung eines T-Shirts werden 2700 Liter Wasser gebraucht, für eine Jeans sind es 8000.

Weitere Proteste am Wochenende 

Für Freitag hatte die Jugendgruppe der Umweltschutzorganisation BUND zu einer Menschenkette aufgerufen, die schweigend mit Bildern und Info-Material gegen die Produktionsbedingungen und Wegwerfmode protestiere. Die Aktion wird am Sonnabend, 16. November, um 12 Uhr vor der Primark-Filiale am Berliner Platz wiederholt. 

„Profitmacherei auf Kosten von Natur und Mensch“

Am Sonnabend hatte ein Bündnis aus Attac, Greenpeace, die Kampagne für saubere Kleidung (CCC) und Extinction Rebellion unter dem Motto „Fast Fashion kills - Primark verdient, wir alle zahlen den Preis“ zu einer Kundgebung mit dem Namen „Profitmacherei auf Kosten von Natur und Mensch“ aufgerufen. Das Bündnis kritisiert, dass Primark für den Trend in Industriestaaten verantwortlich sei, dass Kleidung zu einem Wegwerf-Artikel verkomme. Laut Aktivisten würden alleine in Deutschland zwei Milliarden Kleidungsstücke nie oder nur selten getragen werden.

Kleidertausch der Grünen Jugend

Direkt nach der Bündnis-Aktion schloss sich die Grüne Jugend den Protesten an und veranstaltete vor der Filiale einen Kleidertausch. Die Idee dahinter: Teilnehmer konnten ihre eigenen Klamotten mitbringen und gegen andere eintauschen. Wer wollte, konnte auch Kleidung mitnehmen, ohne selbst ein T-Shirt oder eine Jeans abgegeben zu haben. Die Klamotten, die nicht eingetauscht werden und übrig bleiben, werden an den Second-Hand-Laden Glückslokal in der Alten Mu gespendet.

Nicht nur Primark in der Kritik

Primark ist das Bild für alles, was schief läuft im ausbeuterischen Kapitalismus“, begründet Organisatorin Nelly Waldeck den Protest gegen den Mode-Discounter. Das irische Unternehmen ist aber nicht die einzige Modekette, die in der Kritik steht. „Wir hätten auch gegen andere Fast-Fashion-Läden protestiert, wenn die hier eröffnet hätten“, sagt Waldeck und meint damit Geschäfte wie H&M oder Zara.

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